preparatory:AB 136259
Büchler Jakob · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-26
Wortprotokoll
Die Motion ist sehr breit gefasst. Sie schränkt weder nach Gerätetyp noch nach Betriebssystem ein und verlangt generell die gleiche fachliche Unterstützung.
Die Verwaltungsdelegation hat sich wiederholt mit der Frage befasst, ob gegenüber den Ratsmitgliedern, welche Apple- oder andere Geräte bevorzugen, die gleichen Dienstleistungen erbracht werden müssen wie gegenüber den Ratsmitgliedern, welche sich für die Standardvariante Microsoft Windows entschieden haben. Sie hat am 7. Mai 2010 und im Informatikkonzept der Bundesversammlung am 12. November 2010 die Monoplattform-Strategie auf der Basis von Microsoft Windows bestätigt.
Die Parlamentsdienste leisten heute für Ratsmitglieder, welche die Kreditvariante gewählt haben und damit Nichtstandardgeräte nutzen, einen sogenannten Best-Effort-Support. Ratsmitglieder können sich beim Service Desk melden und erhalten soweit möglich Unterstützung. Kommt der DINT nicht mehr weiter, kann das Ratsmitglied Supportleistungen durch entsprechende externe Spezialisten zulasten seines persönlichen, hierfür vorgesehenen Dienstleistungskredites beziehen.
2012 betrafen zwei Drittel von rund tausend erfassten Problemen und Anfragen Ratsmitglieder mit Standardgeräten und ein Drittel solche mit der Kreditvariante. Heute sind 208 Ratsmitglieder oder 85 Prozent mit der Standardvariante ausgerüstet; 37 haben die Kreditvariante, 1 Ratsmitglied hat nichts gewählt.
Mit der Annahme der Motion wäre mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gerätetypen zu rechnen, welche der DINT zu betreuen hätte. Zu beachten ist, dass jeder Gerätetyp spezifisch verstanden, konfiguriert und installiert werden muss. Es werden zudem unterschiedliche Softwareversionen benötigt, welche - auch wenn sie vom selben Hersteller stammen - nicht zwingend identisch sind, oder es gibt die entsprechende Software gar nicht.
Aufgrund der Beschlüsse der Verwaltungsdelegation - und zuständig ist nun einmal die Verwaltungsdelegation - vom 30. April 2012 bieten die Parlamentsdienste seit Neuestem mit einer Auswahl zwischen Ultrabook und Tablet-PC einen standardisierten, fortlaufend ergänzten und den aktuellen sowie zukünftigen Anforderungen gewachsenen Arbeitsplatz an. Die beiden Gerätetypen haben identische Einsatzmöglichkeiten.
IT-Spezialisten sind auf dem Arbeitsmarkt seit Jahren äusserst gesuchte Fachkräfte. Es ist sehr schwierig, neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Die rasante technische Entwicklung in der IT verlangt laufend überdurchschnittliche Investitionen in die Weiterbildung. Diese wird im Selbststudium, insbesondere aber durch häufiges Problemlösen erlangt. Durch eine grössere Gerätevielfalt verteilen sich die Probleme auf viele verschiedene Geräte, sodass sich die Mitarbeiter nicht genügend Routine aneignen können. Es ist unmöglich, dass sich alle Mitarbeiter auf sämtliche Geräte spezialisieren, da jedes einzelne herstellerabhängiges Fachwissen verlangt. Um das heutige Dienstleistungsniveau halten zu können, wäre ein Ausbau der personellen Ressourcen um mindestens 2,5 Stellen zwingend notwendig. Die zusätzlichen Personalkosten werden auf mindestens 450 000 Franken geschätzt.
Die notwendigen Investitionen für den Aufbau einer einzigen weiteren Plattform werden auf etwa eine halbe Million Franken geschätzt. Dies umfasst zusätzliche Arbeitsstationen im Parlamentsgebäude, Test- und Betriebsinfrastruktur usw.
Die Ausführungen zeigen, dass der in der Motion geforderte, ausgebaute IT-Support umfangreiche Auswirkungen hätte und aus technischen Gründen zum Teil nicht gewährleistet werden könnte. Die notwendigen Mittel und Ressourcen müssten zuerst gesprochen werden. Auch eine weniger weitgreifende Lösung kann realistischerweise nicht vor dem nächsten Legislaturwechsel im Jahr 2015 eingeführt werden.
Das Büro des Nationalrates schlägt gestützt auf den Antrag der Verwaltungsdelegation vor, bei der Monoplattform-Strategie zu bleiben und das Dienstleistungsangebot im Moment [PAGE 1709] nicht zu erweitern. Das Büro beantragt, die Motion abzulehnen.