Engler Stefan · Ständerat · 2013-12-11
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Fraktion CVP-EVP · 2013-12-11
Wortprotokoll
Ich gehöre zur Mehrheit, obwohl ich katholischen Glaubens bin. Kollege Stöckli hat jetzt das Glaubensbekenntnis als Argument für die Minderheit bemüht, was ich einigermassen erstaunlich finde. Man könnte sich nämlich mit Fug und Recht fragen, worin der effektive Beitrag zur Integration liegen soll, den religiöse Betreuungspersonen leisten, die Zugewanderte in heimatlicher Sprache und Kultur unterrichten; das ist ja der Tatbestand, den man aus Absatz 1 herauslesen kann und um den es auch hier geht. Ich denke hier vor allem an die in der Botschaft explizit erwähnten Imame. Das Übertragen des Islam in schweizerische Verhältnisse ist in erster Linie ein Anliegen der Muslime. Wenn die Imame aber einen Beitrag dazu leisten sollen, den Muslimen das Leben in der Schweiz zu erklären und leichter zu machen, dann meine ich, müsste von ihnen verlangt werden dürfen, dass sie selber sich mit unseren Lebensgewohnheiten auskennen, sich damit auseinandersetzen, und dazu gehört auch ein minimales Sprachverständnis. Weshalb also gerade bei den Leuten, die in der ausländischen Gemeinschaft eine Schlüsselfunktion einnehmen, eine Konzession machen, was den Stand und den Grad der Integration angeht? Es wurde mir schon in der Kommission und heute wieder entgegengehalten, dass von einer solchen Ausnahmeregel vor allem katholische Seelsorger profitieren würden, die ohne Sprachkenntnisse aus Afrika in unser Land kämen. Bevor diese Pfarrer in einer Pfarrei tätig sein können - das ist meine Überzeugung, die offenbar für einmal nicht mit derjenigen der Bischofskonferenz übereinstimmt -, kommen sie nicht darum herum, dafür zu sorgen, dass sie sich mit den Pfarreimitgliedern verständigen können. Dazu müssen sie Kenntnisse der Sprache und eine gewisse Integration hinter sich haben.