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Guhl Bernhard · Nationalrat · 2013-04-17

Guhl Bernhard · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD · 2013-04-17

Wortprotokoll

Ich stelle fest, dass ich auf der Liste der Einzelsprecher erst der zweite Mann bin, der zu dieser Sache spricht. Es ist fast bezeichnend für diese Initiative, dass sich viel mehr Frauen als Männer in die Rednerliste eingetragen haben. Dabei hat dieses Thema uns Männer genauso zu interessieren wie die Frauen. Warum? Ich frage Sie: Kann eine Frau alleine schwanger werden? Nein, es braucht dazu immer einen Mann, wenn wir die heutigen technisch-medizinischen Möglichkeiten einmal beiseitelassen.

Ich frage Sie: Soll die Frau alleine die Verantwortung für eine ungewollte Schwangerschaft tragen? Nein. Frau Estermann, ich bin da ganz klar anderer Meinung als Sie: Der Mann steht ebenso in der Pflicht und in der Verantwortung wie die Frau. Wenn alle Männer diese Verantwortung übernehmen würden, wäre es gut, aber es ist leider nicht so.

Da also beide verantwortlich sind, sollen die Kosten auch grundsätzlich von beiden getragen werden. Das werden sie heute auch grösstenteils: nach dem Eingriff von der Frau, durch Franchise und Selbstbehalt, und in den Fällen, in denen der Mann zu seiner Verantwortung steht, auch durch diesen.

Was nun, wenn der Mann sich aus der Verantwortung stiehlt, was leider zu oft vorkommt? Soll dann die Frau alleine die ganzen Kosten tragen? Oder soll sie in der schweren Situation, in der sie ist, gar prozessieren müssen? Meine Meinung ist: nein!

Wenn der Schwangerschaftsabbruch aus dem Grundleistungskatalog gestrichen wird, so soll er, wenn es nach den Initianten geht, nach wie vor freiwillig versicherbar sein. Ich frage Sie: Wird ein einziger Mann eine solche Zusatzversicherung abschliessen? Sicher nicht, ein Mann kann ja nicht schwanger werden. Also würden für etwas, wofür wir Männer genauso in der Pflicht stehen, nur Frauen die Kosten tragen.

Keine einzige Frau wird einen solchen Eingriff leichtfertig vornehmen lassen. Wenn eine Frau in dieser Situation ist, soll sie sich nicht auch noch Gedanken über die Finanzierung machen müssen; die Situation ist für sie schon schwer genug. Darum sage ich ganz klar Nein zu dieser Initiative.