Weibel Thomas · Nationalrat · 2013-03-20
Weibel Thomas · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2013-03-20
Wortprotokoll
Erinnern Sie sich an den Futtermittelskandal in der EU? Die Schlagzeilen sind noch nicht [PAGE 396] mal drei Wochen alt. Ich zitiere aus einer Tageszeitung: "Der Skandal um den gefährlichen Schimmelpilz Aflatoxin in Tierfutter in Deutschland weitet sich aus. In den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhielten knapp 4600 landwirtschaftliche Betriebe verdächtiges Futtermittel." Was ist geschehen? Insgesamt wurden rund 45 000 Tonnen Futtermais mit zu hoher Konzentration von Aflatoxin B1 von Serbien nach Deutschland importiert. Ein Teil konnte beschlagnahmt werden, ein anderer wurde jedoch von den Futtermittelherstellern verarbeitet und an die Landwirte ausgeliefert. Tiere, welche das verseuchte Mischfutter gefressen haben, können giftige Abbauprodukte über die Milch weitergeben. Die Milch der betroffenen Betriebe durfte nur noch nach einer Überprüfung im Labor ausgeliefert werden, weil sich Aflatoxin in der Milch, anders als im Fleisch, stark anreichert und - ich brauche es eigentlich nicht zu erwähnen - auch für den Menschen gesundheitsschädigend ist.
Die serbischen Behörden - der Futtermais stammte ursprünglich aus Serbien - hatten Milch verschiedener Hersteller wegen einer zu hohen Aflatoxin-Belastung aus dem Verkehr gezogen. Serbischen Medienberichten zufolge war den staatlichen Stellen die Verseuchung bereits seit einiger Zeit bekannt, reagiert wurde jedoch erst aufgrund der Medienberichte in Deutschland.
Diese aktuelle Berichterstattung zeigt: Für die Lebensmittelsicherheit ist die gesamte Produktionskette von Lebensmitteln von grosser Bedeutung. Wir müssen deshalb die gesamte Produktionskette einheitlich regeln und auch einheitlich kontrollieren. Tatsache ist, dass die Produktionskette mit den Futtermitteln beginnt; deshalb braucht es Anpassungen. In der Vernehmlassung - es wurde von der Vertreterin der Minderheit bereits angemerkt - wurde die Forderung von den meisten Organisationen ausserhalb der Landwirtschaft begrüsst.
Wir Grünliberalen unterstützen den Antrag der Minderheit und verlangen, dass die Futtermittel auch ins Lebensmittelgesetz aufgenommen werden.