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Fehr Hans · Nationalrat · 2013-11-26

Fehr Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-11-26

Wortprotokoll

Ich spreche zu den Anträgen betreffend Sprachverständnis, zu den Minderheiten I (Pantani) und II (Schenker Silvia): Ich bitte Sie, den Antrag der Minderheit II abzulehnen. Wer sich nur in irgendeiner Landessprache "gut zu verständigen" vermag, erfüllt die Voraussetzungen zur Einbürgerung nicht. Es genügt nicht, wenn einer im Appenzellerland Französisch oder Italienisch spricht. Er muss die Sprache kennen, die an Ort und Stelle gesprochen wird. Darum bitte ich Sie, den Minderheitsantrag I zu unterstützen, der da heisst: "... sich im Alltag in Wort und Schrift in der am Wohnort gesprochenen Landessprache gut zu verständigen". Wir verlangen nicht, dass jemand stundenlang Goethes "Faust", Verlaine, Manzonis "I Promessi Sposi" oder [PAGE 1826] etwa Fontane oder Eichendorff rezitieren kann. Aber wir erwarten, dass jemand behördliche Anweisungen versteht, etwa Anweisungen der Gemeinde in Sachen Abfallentsorgung, Anweisungen im Alltag. Dazu muss er die Sprache am Wohnort in Wort und Schrift verstehen, und er muss sich in dieser Sprache in Wort und Schrift verständigen können. Genau das will der Minderheitsantrag I, nicht mehr und nicht weniger - es geht um Praxis- und Alltagstauglichkeit, nicht um literarische Höhenflüge.

Wenn die Linke diesen Standard abbauen will, ist das nicht gut. Sie spricht zwar den ganzen Tag von Integration - oder fast den ganzen Tag. Aber genau hier, über die am Wohnort gesprochene Sprache, findet Integration statt. Und das kostet nicht einmal etwas, Herr Tschümperlin. Sie können schon lachen - genau da findet Integration statt!

Ich bitte Sie, sich für eine Alltagstauglichkeit in diesem Sinne zu entscheiden. Sagen Sie also Nein zum Antrag der Minderheit II (Schenker Silvia) und Ja zum Antrag der Minderheit I (Pantani).