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Stöckli Hans · Ständerat · 2014-03-04

Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-03-04

Wortprotokoll

Den ersten Teil des Votums meiner lieben Kollegin Fetz kann ich nur unterstützen. In Bezug auf den zweiten Teil bin ich völlig anderer Meinung.

Ich bin schon etwas erstaunt, liebe Kolleginnen und Kollegen, welche Bedeutung Sie dem Jahr 1815 geben. Die Zahl 1815 ist auch in unserem Saal festgeschrieben; 1815 ist eigentlich die Basis unserer heutigen Eidgenossenschaft. Es wurde schon gesagt: Seither ist die Grenze nicht mehr verändert worden. Noch wichtiger ist, dass 1815 die welschen Kantone gleichberechtigt mit den deutschen Kantonen in die Eidgenossenschaft aufgenommen wurden. Auch die Koexistenz der katholischen und der reformierten Kantone ist seither gewährleistet. Noch interessanter ist, dass damals, nach der napoleonischen Zeit, die politische Weiterentwicklung, auch die Demokratisierung eingesetzt hat - mit diesem Impuls. Für die Wirtschaftswelt wurde die Liberalisierung eingeläutet. Das Entscheidende ist: Die heutige Neutralität der Schweiz hat ihren Ursprung im Jahr 1815. Natürlich wurde zuerst die Restaurationsphase eingeläutet, aber die Grundsteine für die Weiterentwicklung, insbesondere für 1848, wurden nach dem Wiener Kongress gelegt. Die ganze Schweiz war betroffen. Dementsprechend bin ich auch etwas erstaunt über die Beispiele, die im Bericht angeführt, jetzt aber auch mündlich dargelegt werden.

Wo möchten Sie hin, wenn Sie das Ende des Ersten oder des Zweiten Weltkriegs feiern möchten? Wo möchten Sie den Beginn der Reformation oder den Beitritt zum Völkerbund feiern? Das ist räumlich nicht zu situieren. Hingegen ist es klar, dass die Folgen der Entscheide von 1815 auch räumlich sichtbar sind: Es sind Wallis, Genf, Neuenburg und, was immer vergessen wird, auch das Fürstbistum Basel. Deshalb spreche ich ja, denn erst seit 1815 ist auch das Fürstbistum Basel mit Biel bei der Eidgenossenschaft.

Übrigens wird das Landesmuseum in Prangins auch eine Ausstellung machen. Deshalb kann ich Kollege Cramer unterstützen. Genf konnte bereits 1993 die Extra-muros-Veranstaltung organisieren. Neuenburg, Jura und Biel hatten die Gelegenheit, mit der Expo 2002 entsprechende nationale Bedeutung zu erlangen. Dementsprechend ist jetzt halt das Wallis dran, und deshalb unterstütze auch ich die parlamentarische Initiative Cramer.

Es wurde gesagt, die Walliser hätten in dieser Angelegenheit noch nichts geleistet. Wir sind aber erst in der ersten Phase. Es geht darum festzustellen, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht, und ich bin überzeugt, dass Handlungsbedarf besteht. Sollte sich dann erweisen, dass die Walliser nicht an unserem Besuch im Wallis interessiert sind, dann schreiben wir die Geschichte ab. Wenn sich aber erweist, dass sie interessiert sind - und ich bin überzeugt, dass dies der Fall sein wird, denn Sie haben sicher die Einladung zur Feier im Jahr 2015 im Wallis schon erhalten; die Walliser sind an der Arbeit und haben schon ein ganzes Konzept für die 200-Jahr-Feier aufgestellt -, dann können wir die Session extra muros durchführen.

Natürlich ist 2015 ein Wahljahr. Deshalb wäre es klug, wenn man die Sommersession extra muros machen würde. Mit einer solchen Session würde man das eidgenössische Gleichgewicht in Anerkennung der Leistungen unserer Vorfahren nach dem Wiener Kongress respektieren.