Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · 2014-06-13
Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · Graubünden · 2014-06-13
Wortprotokoll
Ich möchte Sie bitten, dieses Postulat abzulehnen. Die Postulantin beauftragt uns damit, einen Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter in der Bundesverwaltung zu erstellen sowie Massnahmen zu ergreifen und einen Aktionsplan zu erstellen, um eine Geschlechterquote von 40 Prozent zu erreichen.
Ich möchte Ihnen kurz aufzeigen, was die Bundesverwaltung bereits gemacht hat. Ohne den Bereich Verteidigung, also ohne das VBS und das Grenzwachtkorps, haben wir in der Bundesverwaltung einen Frauenanteil von über 40 Prozent; im Jahre 2013 waren es 43,3 Prozent. In den letzten drei Jahren haben wir verschiedene Massnahmen umgesetzt. Wir haben auch einen Lohngleichheitsdialog geführt. Die Ergebnisse dieses Dialoges zeigen, dass wir das Gebot der Lohngleichheit vollumfänglich einhalten. Wir sind also seit zwei Jahren so weit, dass es keine Lohndiskriminierung mehr gibt. Wir haben Massnahmen ergriffen, die zur Karriereförderung der Frauen beitragen; dazu gehört ein spezielles Ausbildungsangebot und ein Mentoring- sowie ein Coachingprogramm. Wir haben eine vollumfängliche familienergänzende Kinderbetreuung eingeführt; der Arbeitgeber beteiligt sich an den Kosten für die externe Betreuung von Kindern, vom Vorschulalter bis und mit dem zweiten obligatorischen Schuljahr. Die Vergütungen pro Kind gehen bis maximal 3600 Franken monatlich. Wir gehen in unserer Unterstützung der Frauen also tatsächlich sehr weit. Zudem haben wir Arbeitszeitmodelle, die Frauen mit Kindern wie auch Männern mit Kindern entgegenkommen: Telearbeit, flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeit, Vertrauensarbeitszeit, Jahresarbeitszeit, Job- und Topsharing. All das haben wir im Angebot.
Neu bieten wir auch die Möglichkeit an, nach der Niederkunft oder nach einer Adoption den Beschäftigungsgrad um 20 Prozent zu reduzieren; unter 60 Prozent kann man dabei allerdings nicht gehen. Weiter haben wir klar auch die Politik der Rekrutierung von Hochschulabsolventinnen verstärkt; wir wollen damit den Frauennachwuchs in der Bundesverwaltung verstärken. Frau Nationalrätin Feri hat ja auch erwähnt, dass das sehr wichtig ist; dem tragen wir Rechnung. Heute liegt der Frauenanteil bei den Praktikumsstellen bei 63,7 Prozent.
Es gibt mehr Frauen mit Hochschul- oder Fachhochschulabschlüssen, die bei uns als Praktikantinnen arbeiten, zum Teil auch bei uns bleiben und dann weiter die Karriereleiter hinaufgehen können, wenn sie das wirklich wollen. Ich möchte damit sagen, dass wir in den letzten drei Jahren nicht nur verschiedenste Massnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter in der Bundesverwaltung definiert, sondern auch umgesetzt haben. Wir haben selbst auch Sollwerte festgelegt: einen Frauenanteil in der Bundesverwaltung von 44 bis 48 Prozent, und das selbstverständlich auch in Kaderpositionen; da haben Sie Recht. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg; wir sind noch nicht am Ziel, aber wir arbeiten [PAGE 1081] daran. Damit kommen wir eigentlich den Anliegen dieses Postulates weitgehend entgegen, und wir arbeiten weiter.