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Leuthard Doris · Bundesrat · 2014-03-03

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2014-03-03

Wortprotokoll

Wir beantragen dieses Postulat zur Ablehnung, nicht weil wir sagen, die Solarstromproduktion habe kein Potenzial und wir wüssten zu wenig darüber, sondern weil wir priorisieren. Wir haben genügend Flächen auf Gebäuden, die ein Potenzial von 15 bis 18 Terawattstunden ergeben. Deshalb sind wir skeptisch und haben eine ablehnende Haltung gegenüber Projekten, welche in der freien Fläche gebaut werden sollen.

Wir sind ebenso skeptisch gegenüber Projekten im alpinen Raum. Wir haben den berühmten Triangel Versorgungssicherheit, Umwelteingriff und Wirtschaftlichkeit. Wir wissen - hier gibt es Schätzungen des Potenzials -, dass Anlagen auf Lawinenverbauungen ein Potenzial von weniger als 100 Gigawattstunden ergeben. Das ist erstens angesichts des Potenzials auf den vorhandenen Gebäudeflächen vernachlässigbar - es ist dann eben ein Eingriff in die Umwelt -, und zweitens zeigen Projekte, die wir auch finanziert haben, das berühmteste ist St. Antönien, dass die Wirtschaftlichkeit praktisch nicht gegeben ist. Herr Nationalrat Girod, Sie haben richtig gesagt, dass die alpine Lage ab einer Höhe von 1500 Metern über Meer tatsächlich von der Sonneneinstrahlung her einen hohen Wirkungsgrad ergeben kann. Aber die erhöhten Kosten für den Bau und den Unterhalt von solchen hochalpinen Anlagen werden durch den Produktionsvorteil in der Regel eben nicht kompensiert.

Wir haben von St. Antönien - das war für uns auch einmal ein Versuchsobjekt - in einer Vorstudie nun die anfallenden Resultate bekommen. Wir kennen die Kosten, wir kennen den Wirkungsgrad und wissen, dass das äusserst, äusserst problematisch ist. Diese Gemeinde hat viel versucht, mit viel Herzblut, es waren gute Bedingungen. Deshalb finden wir, dass wir die Flächen nutzen sollten, von denen wir wissen, dass sie vorhanden sind, wo das mit wenig Eingriffen in die Landschaft realisiert werden kann und wo dann wesentlich bessere Wirtschaftlichkeitsrechnungen resultieren. Das ist besser, als jetzt bei Projekten und Regionen zu beginnen, bei denen wir wissen, dass zwei von den drei Pfeilern nachteilig sind.

Deshalb glauben wir, dass ein solcher Bericht keinen Mehrwert zu dem bringen würde, was wir heute wissen.