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Zanetti Roberto · Ständerat · 2012-12-04

Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-12-04

Wortprotokoll

Herr Bundesrat, Sie haben gehört, die Kommission beantragt mit 8 zu 1 Stimmen die Ablehnung der Motion. Ich war die eine Stimme der Minderheit, Frau Fetz war als Mitglied der Kommission an dieser Sitzung leider nicht anwesend. Aufgrund des Verlaufs der Diskussion habe ich darauf verzichtet, schriftlich einen Minderheitsantrag zu deponieren. Ich bin deshalb froh, dass Kollegin Fetz nun einen Antrag gestellt hat. [PAGE 1048]

Ich habe diesen Film seinerzeit auch gesehen, und ich muss Ihnen sagen: Ich habe ein relativ pragmatisches Verhältnis zu Tieren, ein bäuerliches, wie ich fast sagen möchte. Ich weiss, dass Reh- und Kalbsschnitzel nicht auf den Bäumen wachsen. Dass der Mensch Nutztiere halten kann, finde ich, ist wirklich eine kulturelle Leistung. Aber die Haltung von Nutztieren muss anständig und fair sein. Wenn man diesen Film gesehen hat, ich kann es einfach nicht ändern, dann tun einem diese Viecher schlicht und einfach leid. Da muss etwas geschehen!

Ich glaube, die ganze Kommission ist sich mit dem Bundesrat einig: Tierquälerische Schlachtereien will niemand. Ich anerkenne, dass der Bundesrat in internationalen Gremien aktiv wird. Ich wünsche ihm dabei sehr viel Erfolg. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Motion keine Alternative zur internationalen rechtlichen Aktivität des Bundesrates ist, sondern sie meines Erachtens sinnvoll ergänzen könnte. Ich gehe davon aus, dass die Variante Bundesrat in der Wirkung wahrscheinlich nachhaltiger und auch breiter ist als die Motion. Die Motion wirkt relativ kurzfristig und ist ein bisschen fokussiert. Aber die Frage ist nicht ein Entweder-oder, sondern es geht um eine der wenigen Situationen, in denen man für ein Sowohl-als-auch eintreten kann. Ich bin auch überzeugt, Herr Bundesrat, dass eine angenommene Motion Ihnen in den Verhandlungen in den internationalen Gremien Rückenwind gibt.

Ich bitte Sie deshalb, der Motion aus verhandlungstaktischen Gründen zuzustimmen. Ich bitte Sie aber insbesondere auch mit Rücksicht auf diese Schlangen und Reptilien, Ja zu stimmen.

Bedauerlicherweise sind Schlangen und Reptilien ja nicht unbedingt "Jö, wie herzige"-Tiere, und ich muss Ihnen gestehen, dass ich persönlich auch eher Angst habe vor Schlangen und Reptilien. Es sind nicht meine Lieblingstiere. Aber vielleicht müssen wir uns gerade deshalb um ihr Schicksal besonders kümmern. Deshalb bitte ich Sie noch einmal, in Abweichung vom Antrag der Kommission dieser Motion zuzustimmen. Sie schadet ganz bestimmt nicht. Ich bin überzeugt, dass sie nützt, das gemeinsame Ziel ein bisschen schneller zu erreichen.