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Waber Christian · Nationalrat · 2001-10-04

Waber Christian · Nationalrat · Bern · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2001-10-04

Wortprotokoll

Gemäss Aussagen von Herrn Triponez gehöre ich zu den "Schmetterlingen", aber ich bin zugleich Mitglied der Gewerbegruppe. Ich denke, also bin ich, und ich sage hier meine Meinung.

Ich setze mich leidenschaftlich für die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr ein. Für unseren Tourismus und für die vielen Sport- und Freizeitorganisationen, die an den Sonntagen ihre Feste durchführen, ist und wäre es die grösste Chance, die es überhaupt gibt. Die Positionierung gegenüber der ausländischen Konkurrenz würde sich eben auf eine nationale Willensäusserung abstellen. Diese Chance haben wir nur in der Schweiz.

Ich bin sehr dankbar, dass unsere Demokratie diesen Entscheid zulassen wird. Es ist zynisch, wenn hier behauptet wird, dass alle Bemühungen im Ausland um verkehrsfreie Sonntage nur von der Luftverschmutzung her rühren. Die Zivilgesellschaft organisiert sich ganz anders, aber sie hat eben nicht die gleichen Möglichkeiten wie wir hier in der Schweiz. Der Ideenreichtum der Anbieter im Tourismus und der Sportorganisationen ist vielfältig und sollte auch vielfältig bleiben. Die Ideen sind ja der Treibstoff für unsere Wirtschaft und vor allem auch für den gebeutelten Tourismus. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete hat sich ganz klar für den Gegenvorschlag ausgesprochen. Dort sind doch auch sehr viele Menschen dabei, die etwas von der Sache verstehen und überhaupt keine Angst haben, dass es auf ihre Randgebiete negative Auswirkungen haben könnte, ganz im Gegenteil. Ideen sind gefragt, und wir könnten uns in dieser Angelegenheit auch gegenüber dem Ausland ganz klar besser positionieren.

Auch der öffentliche Verkehr könnte sich selber, das Angebot und die Anliegen, die er eben vertritt, einer breiten Bevölkerung weitergeben - ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Menschen eigentlich wissen, dass fast jedes Bergdorf vom öffentlichen Verkehr erschlossen wird.

Es handelt sich um einmal 15 Stunden im Jahr. Es ist doch kein grosser Aufwand, wenn eine auch eventuell ablehnende Mehrheit einer Minderheit das Recht einräumen würde, an einem Sonntag während 15 Stunden auf das Auto zu verzichten, um ganz anderen Sachen nachzugehen, die auch ihre Berechtigung haben.

Ich lehne die Sonntags-Initiative ab, möchte aber den Gegenvorschlag wirklich von ganzem Herzen unterstützen. Ich lehne auch den Antrag Föhn ab, weil wir Flexibilität in der Wahl des Sonntages haben müssen und nicht einfach den Bettag in den Vordergrund stellen sollen. Wir müssen dem Bundesrat die Möglichkeit geben, den Sonntag festzulegen, damit wir auch in der Bevölkerung eine breite Mehrheit für diesen Gegenentwurf bekommen.