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Malama Peter · Nationalrat · 2011-06-16

Malama Peter · Nationalrat · Basel-Stadt · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-06-16

Wortprotokoll

Mein Vorschlag: entweder ein schlankes Konzept Wasserfallen oder, wenn dieses keine Mehrheit findet, dann als Konsequenz den Antrag der Minderheit Malama.

Zum Minderheitsantrag, weshalb die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) als Betroffene des HFKG in die Strukturen eingebunden sein müssen: Die Stärken der Schweiz - Innovation, Forschung und Entwicklung - basieren allesamt auf unserer einzigen Ressource, der Bildung. In den letzten Jahren ist ein eigentlicher Wettkampf um die besten Bildungsinstitutionen bis hin zum Wettbewerb der Bildungsregionen ausgebrochen. Auf Stufe der ETH und der Universitäten läuft er dabei nicht wie oft zwischen den Köpfen in Basel, Zürich, Genf, St. Gallen sowie Tessin und Bern ab, sondern dieser Wettbewerb ist international geworden. So hat er auf universitärer Stufe globale Dimensionen erreicht, wie es die ETH und die Universität St. Gallen oder die Universität Basel mit der Spitzenmedizin und der Life Science als Spitzendisziplinen zeigen. Wer sich die Bildung nutzbar machen kann, erhält im globalen Wettstreit der Volkswirtschaften einen zentralen Vorteil. Ja, wer ist Garant, dass dieses generierte Wissen zuerst überhaupt nachgefragt und dann in aller Interessen nutzbar wird? Antwort: hauptsächlich die Wirtschaft.

Wenn das Schweizer Hochschulsystem weiterhin im globalen Wissenswettbewerb bestehen und damit die Grundlage für eine international wettbewerbsfähige Wirtschaft bilden soll, wäre es grobfahrlässig, wenn die Hauptbetroffenen, nämlich die Arbeitswelt, bei der Förderung und Koordination im Hochschulbereich aussen vor blieben. Dies gilt nicht nur für die Universitäten, sondern ebenso für den praxisnahen Fachhochschulbereich. Dies aus drei Gründen:

1. Bei den Fachhochschulen erfolgt der Zugang über eine berufliche Grundbildung mit erfolgreich abgeschlossener Berufsmatur. Das Berufsbildungsgesetz verankert dabei in Artikel 1 explizit die Verbundpartnerschaft mit den Organisationen der Arbeitswelt. Es kann nicht sein, dass der Einbezug der Wirtschaft auf der Tertiärstufe plötzlich marginalisiert wird.

2. Sollen die Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt künftig noch besser sein, so ist es zwingend, dass die bildungspolitischen Entscheidungsgremien des Hochschulraumes Schweiz auch mit Persönlichkeiten aus der Arbeitswelt mit einer Aussensicht besetzt sind. Diese Verbundpartnerschaft, wie sie in der beruflichen Grundbildung gelebt wird, ist die Stärke unseres Bildungssystems schlechthin und auch ein Grund, weshalb wir in unserem Land generell eine derart tiefe Jugendarbeitslosigkeit haben.

3. Es ist leichtfertig, diese erfolgreiche Verbundpartnerschaft aufzugeben, mit der Begründung, die Autonomie der Hochschulen werde damit eingeschränkt, oder mit der Begründung, es seien die Kantone und der Bund, die alles bezahlen. Es darf nicht sein, dass sich die Hochschulen von der Aussenwelt abschotten. Immerhin muss letztlich die Arbeitswelt die Absolventinnen und Absolventen aufnehmen; es ist nachhaltiger, wenn diese von Anfang an in die Verantwortung mit einbezogen werden. Dass der Beizug von Vertretern der Arbeitswelt für unsere Hochschullandschaft sehr erfolgreich sein kann, beweist schliesslich die ETH mit ihrem ETH-Rat, in welchem vier von elf Personen direkt aus der Wirtschaft kommen. In der Eidgenössischen Fachhochschulkommission sind die Organisationen der Arbeitswelt ebenfalls vertreten.

Aus all diesen Gründen möchte ich Ihnen beliebt machen, Sie bitten, bei Artikel 11 Absatz 1 Litera c und Artikel 13 Litera h der Minderheit zu folgen und den Organisationen der Arbeitswelt, also den Sozialpartnern, zu je zwei stimmberechtigten Mitgliedern in der Plenarversammlung der Hochschulkonferenz zu verhelfen. Im Interesse unserer Hochschullandschaft, im Interesse unseres Berufsnachwuchses, im Interesse einer konkurrenzfähigen Wirtschaft, im Interesse einer tiefen Arbeitslosigkeit bitte ich Sie, die Minderheitsanträge zu Artikel 11 Absatz 1 Litera c und Artikel 13 Litera h zu unterstützen und die Organisationen der Arbeitswelt, die Abnehmerinnen und Abnehmer der Absolventen, mit einzubeziehen.