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Galladé Chantal · Nationalrat · 2011-06-16

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2011-06-16

Wortprotokoll

Die Minderheit I will verhindern, dass die Quantität zum Kriterium für die Unterstützung wird. Die Mindestgrenze von 500 Mitgliedern und 50 vermittelten Ausland- und Sprachaufenthalten ist ein ungeeignetes Kriterium, das kleinere Organisationen, die wertvolle und qualitativ gute Arbeit leisten, aufgrund der Kriterien Grösse der Organisation und Zahl der Austauscher von vornherein definitiv ausschliesst. Es geht bei diesem Artikel um die Frage von Konzentration versus Diversifikation. Die Jugend ist keine homogene Masse. Nicht alle Jugendlichen spielen gerne Fussball; nicht alle Jugendlichen gehen in die Pfadi - auch wenn ich beides sehr unterstützenswert finde. Aber die Beschränkung auf Weniges, auf Grosses finde ich aus Jugendsicht nicht richtig. Der Vielfalt der Bedürfnisse und Vorlieben wird so keine Rechnung getragen.

Gerade bei Jugendorganisationen ist es mehr als fraglich, wenn man nur Organisationen unterstützt, die mindestens seit drei Jahren bestehen. Generell ist bei Jugendorganisationen die Anfangs- und Aufbauphase wichtig. Es gibt nichts, was schnelllebiger ist als Jugendprojekte, da der Zeitraum der Kindheit und Jugend naturgegeben sehr kurz ist und sehr schnell vorbeigeht. Oft hat die nachfolgende Generation gerade nicht die Bedürfnisse der vorangegangenen Generation, sondern andere. Solche Organisationen überleben die Startphase oft nicht, denn gerade dann, wenn sie starten, sind sie am meisten auf Unterstützung angewiesen. Tragen wir doch der Vielfalt der Jugend und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung, indem wir nicht so starre Kriterien definieren, die eine Hürde darstellen, und damit viel Gutes schon in der Anfangsphase abklemmen.

Ich bitte Sie deshalb, hier den Antrag der Minderheit I zu unterstützen.