Leuthard Doris · Bundesrat · 2010-09-30
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2010-09-30
Wortprotokoll
Herr Ständerat Gutzwiller hat mit dem Antrag seiner Minderheit II zweifelsfrei etwas aufgenommen, was tatsächlich zu sehr vielen Diskussionen [PAGE 994] Anlass gibt. Wir haben hier mit den ehemaligen Konservatorien, die dann zu Fachhochschulen wurden und konzeptionell noch nicht überall in unser neues System eingebettet sind, historisch gewachsene Strukturen - das ist so. Wenn Sie mit Tänzerinnen und Tänzern sprechen, stellen Sie fest, dass viele in die Praxis wollen; aber wenn man eine Bachelor- oder Master-Ausbildung macht, dann gehört z. B. auch ein Forschungsteil dazu. Das sind noch konzeptionelle Schwierigkeiten, die wir nicht gelöst haben.
Herr Gutzwiller hat in der Beratung zu Recht darauf hingewiesen, dass vor allem im Bereich der Musik der Master in der internationalen Welt einfach Standard ist. Trotzdem: Für den Bereich des Designs stimmt das gerade nicht. Dort haben wir einen stärkeren Link zu anderen Ausbildungsgängen. Deshalb hat Herr Ständerat Maissen schon Recht: Das Anliegen ist mit Absatz 1 abgedeckt. Absatz 2 bringt nichts Zusätzliches, er bringt nur die besondere Situation im internationalen Bereich nochmals zum Ausdruck. Aber auch hier, in diesem System, das wir noch verfeinern müssen, sollte eben der Bachelor die Grundbildung sein. In der Praxis ist vor allem im Bereich der Musik der Master völlig klar die Berufsqualifizierung, die notwendig ist, um international konkurrenzfähig zu sein und überhaupt eine Anstellung zu finden.
Deshalb glauben wir auch, dass man auf diesen Zusatz gemäss dem Antrag der Minderheit II verzichten kann. Aber ich erachte diese Erklärung für wichtig, damit diese Kreise auch wissen, dass ihr Anliegen sich auch mit den Anliegen des Bundesrates deckt.