Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2006-12-20
Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-12-20
Wortprotokoll
Die Kommissionsmehrheit hat sich bei diesem Artikel von ideologischen Diskussionen mit viel schönen, aber letztlich leeren Worten verabschiedet und die augenfälligen Erfolge der Heroinabgabe zur Kenntnis genommen. Sie hat deshalb mit 15 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung dieser Massnahme zugestimmt. Dabei hat sie auch berücksichtigt, dass das Schweizervolk - es wurde schon mehrfach gesagt - 1999 dieser therapeutischen Massnahme klar zugestimmt hat und dass die Zustimmung in den vergangenen Jahren mutmasslich noch gestiegen ist, wie das Resultat der Volksabstimmung in der Stadt Zürich vom Jahr 2004 zeigt, wo sich die Bevölkerung mit einem Jastimmenanteil von 75 Prozent für diese Therapieform ausgesprochen hat.
Was sind die Erfolge der heroingestützten Behandlung? Wir haben es gehört: Weniger betroffene Menschen sterben an ihrer Sucht. Diese erfolgreichen Behandlungen hier als verachtend oder sogar menschenverachtend hinzustellen - das haben wir gehört - ist unverständlich. Diese Menschen leben nicht mehr auf der Gasse, mit allen kriminellen Erscheinungen, die damit verbunden sind und ihre Lebenssituation beeinträchtigen. Diese Menschen können alt werden, sodass wir heute in den Städten vor der Frage stehen, ob diese Menschen auch ins Altersheim eintreten. Spätestens dann, wenn im Medikamentenkästchen nebst anderen Medikamenten auch noch die Heroinspritze liegt, zeigt sich, wie relativ die Aufregung über diese Substanz ist.
Aber auch die Erfolge für die Nichtsüchtigen sind beachtlich. Niemand hier im Saal möchte in die Zeiten der offenen Drogenszenen zurück, sei es am Platzspitz, am Letten oder im Kocherpark. Die kontrollierte Heroinabgabe, Herr Bortoluzzi, war eine der zwingenden Voraussetzungen für die Auflösung der offenen Drogenszene, das bestätigt auch die Polizei. Nicht umsonst ist der Verband der Schweizer Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für die heroingestützte Behandlung. Wir wissen, dass keine Massnahme allein zum Ziel führt. Wir wissen, dass es der Mix ist, der den Erfolg bringt, und zu diesem Mix gehört auch die heroingestützte Behandlung.
Ich bitte Sie auch im Namen der Kommission, den Antrag Waber abzulehnen, weil diese Inhalte ebenfalls diskutiert wurden und in der Kommission keine Mehrheit gefunden haben.