Germann Hannes · Ständerat · 2014-03-21
Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-03-21
Wortprotokoll
Ich komme zunächst zur Verabschiedung unseres Ratskollegen This Jenny.
Am 13. Februar teilte uns This Jenny mit, dass er wegen eines bösartigen Magentumors per sofort von seinem Amt als Ständerat zurücktrete. Wir alle waren und sind schockiert und traurig über diese unerwartete Nachricht. Ich habe This gefragt, ob er für seine Verabschiedung nochmals zu uns nach Bern kommen könne. Er hat mir geschrieben, sein Gesundheitszustand lasse dies im Moment nicht zu. Aus seinem Schreiben möchte ich Ihnen die folgende Passage vorlesen:
"Zudem weiss ich nicht, ob ich eine offizielle Verabschiedung von meinen Kolleginnen und Kollegen emotional durchstehen würde. Zu sehr ist mir dieser Rat über alle Parteien hinweg ans Herz gewachsen, zu abrupt war mein Abschied aus den Traktanden. Das dabei in diesen schweren Stunden aus diesem Rat erhaltene Mitgefühl war schlicht überwältigend. Die tollen Verbindungen, das kollegiale Verhältnis bei allen unterschiedlichen Betrachtungsweisen, die Streitkultur und das Akzeptieren von anderen Meinungen waren für mich Anschauungsunterricht vom Feinsten, und ich werde diesen Rat in allerbester und dankbarer Erinnerung behalten. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen für das Verständnis, das sie meiner zuweilen doch recht unkonventionellen Art entgegengebracht haben. Sollte ich jemanden verletzt haben, so war das nicht meine Absicht, sondern schlicht meinem Temperament zuzuschreiben. Ich wünsche meinen Kolleginnen und Kollegen weiterhin alles Gute und, wie könnte es anders sein, vor allem gute Gesundheit. Es war eine Superzeit, und ich möchte keine Minute missen. In Dankbarkeit, This Jenny."
This wird in unserem Rat eine grosse Lücke hinterlassen. Es gab selten jemanden, der sich so leidenschaftlich, eigenständig und ohne Scheuklappen in den Debatten engagierte wie er. Häufig brachten seine träfen Sprüche die Sache auf den Punkt. Trotz seiner humorvollen Voten war er aber ein ernsthafter Politiker, der unabhängig von Parteimeinungen nach guten Lösungen suchte und dabei auch für andere Sichtweisen offen war, so etwa bei der Unterstützung der Hanf-Initiative oder bei der Forderung nach einem zentralen Waffenregister.
Elu UDC, This Jenny est entré au Conseil des Etats en 1998 en tant que représentant du peuple glaronais. Membre de l'exécutif de la commune de Glaris de 1994 à 2000 et député au Grand Conseil depuis vingt ans, notre collègue disposait alors déjà d'une riche expérience politique. This Jenny a été membre de nombreuses commissions. Il aura notamment été une figure marquante de la Commission des transports et des télécommunications au sein de laquelle il a siégé pendant toute la durée de son mandat au Conseil des Etats. Il a également fait partie de la Commission des constructions publiques, qu'il a aussi présidée. Il a ensuite été membre de la Commission de gestion et de la Commission des finances, de même que de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture. Enfin, il a siégé à la Commission de la sécurité sociale et de la santé publique et à celle de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie, ainsi qu'à la Délégation de surveillance de la NLFA.
Ursprünglich stammt This Jenny aus einfachen Verhältnissen. Nach einer Maurerlehre arbeitete er sich zum eidgenössisch diplomierten Bauleiter hinauf. Er wurde Geschäftsführer der Firma Toneatti und leitete sie mit Umsicht und Erfolg. Schliesslich übernahm er 1999 die Unternehmung mit 250 Mitarbeitern und ist heute ihr Verwaltungsratspräsident. Dank seiner Nähe zu den Sorgen und Nöten des Volkes und der kleinen und mittleren Unternehmungen der Schweiz hat This Jenny nie in abgehobenen Sphären politisiert. Er ist ein Pragmatiker, der sich klar und deutlich ausdrückt und es auch versteht, die entscheidenden Fragen zu stellen, selbst wenn sie unangenehm sind.
Auch sportlich war die Karriere von This Jenny im Parlament aussergewöhnlich. Er war der grosse Dominator des Parlamentarierskirennens und löste bald einmal Adolf Ogi als Seriensieger ab. Von da an stand er immer zuoberst auf dem Podest. Auch im FC Nationalrat hat er sich sehr engagiert und zählte zu den langjährigen Stützen des Teams.
Besonders hartnäckig hat sich This Jenny für die elektronische Abstimmungsanlage eingesetzt. Deshalb wird er auch in Zukunft jedes Mal, wenn wir abstimmen, noch ein wenig mit dabei sein. Es wird ihn umso mehr freuen, zu hören, dass wir nun schon die erste Session mit dieser Anlage erfolgreich hinter uns gebracht haben. Ich zumindest kann sie mir schon gar nicht mehr wegdenken.
This, Du wirst uns fehlen, als engagierter und kompetenter Kollege und als herzensguter und liebenswürdiger Freund! Wir wünschen Dir auf diesem Weg viel Kraft und Zuversicht bei der Bewältigung Deiner Krankheit. Im Herzen und in Gedanken sind wir bei Dir.
Ihrer Betroffenheit entnehme ich, dass Ihnen die Sache ebenfalls sehr nahegeht.
Zum Glück gibt es ja aber nicht nur unerfreuliche Nachrichten, sondern auch erfreuliche, so zum Beispiel jene von Pascale Bruderer Wyss: Sie musste in dieser Session ja auch fehlen - wie Kollege Roland Eberle, der unsere Glückwünsche übrigens bereits verdankt hat. Pascale Bruderer Wyss bedankt sich im Namen ihrer Familie ebenfalls ganz herzlich für die Karte, die wir ihr zur Geburt von Töchterchen Amélie Nayla haben zukommen lassen. Wir wünschen der jungen Familie natürlich weiterhin alles Gute und freuen uns darauf, Pascale im Sommer wieder hier im Rat bei uns zu haben, vielleicht sogar schon in der einen oder anderen Kommissionssitzung.
Damit komme ich zur Verabschiedung von zwei Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter der Parlamentsdienste.
Zunächst möchte ich Frau Laetitia Kohler verabschieden; sie hat rund zwölf Jahre bei den Parlamentsdiensten gearbeitet. Frau Kohler hat ihre Arbeit für das Parlament im Jahre 2002 aufgenommen, zuerst als administrative Mitarbeiterin im Sekretariat der Finanzkommissionen und danach im Sekretariat der Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie. Dank ihrem Organisationstalent verlor Frau Kohler nie die Übersicht über die zahlreichen Geschäfte und bewältigte effizient die im Lauf der Jahre stets wachsende Arbeitslast. Dank ihrem Geschick im Umgang mit neuen Informatikmitteln hat sie wesentlich zur digitalen Aufbereitung der Kommissionsunterlagen beigetragen. Auch die Kommissions- und Ratsmitglieder konnten bei Fragen stets auf die rasche Klärung durch Frau Kohler zählen. Frau Kohler hat die Parlamentsdienste Ende Februar verlassen, um ihr Wissen und Können neu als Sekretärin des Generalsekretärs des UVEK einbringen zu können. Er darf sich glücklich schätzen!
Ich danke Frau Kohler für ihre kompetente und engagierte Mitarbeit bestens und wünsche ihr viel Erfolg und Befriedigung bei der Fortsetzung ihrer Karriere im Bundeshaus Nord. (Beifall; der Präsident überreicht Frau Kohler ein Geschenk)
Frau Sibylle ben Rhouma stand während 14 Jahren im Dienste der Parlamentsdienste. Sie hat ihre Arbeit für das [PAGE 374] Parlament im Jahr 2000 aufgenommen. Zunächst arbeitete sie im Informatikdienst und wechselte 2006 in den Personaldienst. Dort war sie für die Personalentwicklung zuständig. Über ihr Pult gingen viele Ausbildungsgesuche; viele Kurse hat sie auch selbst mitorganisiert. Ganz besonders viel Freude bereitete ihr jedoch die Funktion als Ausbildnerin der Lernenden bei den Parlamentsdiensten. Mit ihrer unterstützenden und unkomplizierten Art gewann sie jeweils rasch das volle Vertrauen der Lernenden und trug viel zu deren professioneller Betreuung bei. Frau ben Rhouma hat sich aber auch sehr für die politische Arbeit des Parlamentes interessiert. Wohl deshalb hat sie im Rahmen einer internen Jobrotation während einem Jahr im Sekretariat der WBK als stellvertretende Kommissionssekretärin gearbeitet. Dank dieser Erweiterung ihrer beruflichen Erfahrung hat Frau ben Rhouma nun einen örtlich kleinen, aber inhaltlich grossen Sprung gemacht: Sie hat im Februar eine Stelle als Kommissionssekretärin beim Grossen Rat des Kantons Bern angetreten.
Im Namen unseres Rates danke ich Frau ben Rhouma für ihre langjährigen, wertvollen Dienste und wünsche ihr viel Erfolg und Befriedigung bei der Arbeit für das zweite der "drei Bern". (Beifall; der Präsident überreicht Frau ben Rhouma ein Geschenk)
Zu guter Letzt verabschieden wir uns heute von Herrn Roger Farinelli, der 38 Jahre lang für die Parlamentsdienste gearbeitet hat. Sie alle kennen Roger Farinelli bestens, nicht nur, weil er schon so lange für das Parlament tätig ist, sondern auch, weil sein Arbeitsplatz in der Loge auf der Ostseite der Eingangshalle zentral gelegen ist und für uns alle eine sichere Anlaufstelle bei Fragen aller Art bietet. Roger Farinelli, eine veritable Institution des Bundeshauses, wird uns per Ende dieses Monats verlassen, um in den verdienten Ruhestand zu treten.
Während 38 Jahren konnten die Parlamentsdienste auf die engagierte und stets zuverlässige Mitarbeit von Herrn Farinelli zählen. Er begann seine Laufbahn im Frühjahr 1976 als Weibel. Im Herbst 1992 wechselte er in den Dienst für Sicherheit und Infrastruktur. Dort war er der Praktiker, der gerne im Sinne der Sache anpackte. Sei es bei Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude, mit Handwerkern auf einer der vielen Baustellen im und ums Parlamentsgebäude, auf dem Fussballplatz mit dem FC Nationalrat oder mit Ratsmitgliedern oder Mitarbeitern - er fand immer die richtigen Worte und löste die Probleme unkompliziert. Als ehemaliger Kommandant der Betriebsfeuerwehr des Parlamentsgebäudes hat er unzählige Übungen geleitet und uns vor Schaden aller Art bewahrt. Roger Farinelli kennt das ganze Gebäude durch und durch; selbst über die hintersten Winkel kann er Auskunft geben. Unvergesslich sind seine äusserst interessanten Spezialführungen, die mit lustigen und interessanten Details gespickt sind. Roger Farinelli war stets da, wenn man ihn brauchte. Auch wenn an Wochenenden eine Alarmmeldung übers Handy einging, dauerte es jeweils nicht lange, bis er sich selbst ein Bild der Lage im Parlamentsgebäude verschaffte und dem Sicherheitsdienst mit Rat und Tat beistand. Von seinem Fachwissen als Sportmasseur profitierte leider nur der FC Nationalrat oder in seiner Freizeit die Damenfussballmannschaft des FC Rot-Schwarz Thun. (Heiterkeit) Hingegen hat sein Sanitätswissen schon vielen Ratsmitgliedern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geholfen.
Lieber Herr Farinelli, lieber Roger: Ich danke Dir ganz herzlich für die stets treue und engagierte Mitarbeit für das Parlament und wünsche Dir im Namen des Rates nur das Allerbeste, vor allem aber gute Gesundheit für die nächsten 38 Jahre. Geniesse den wohlverdienten Ruhestand! (Grosser Beifall; der Präsident überreicht Herrn Farinelli ein Geschenk)