Rytz Regula · Nationalrat · 2014-05-06
Rytz Regula · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2014-05-06
Wortprotokoll
Wir sind am Aufräumen alter Vorstösse; hier ist noch einer unseres früheren Fraktionspräsidenten Antonio Hodgers.
Der beste Fürsprecher für dieses Postulat wäre natürlich Alexander Tschäppät, der Stadtpräsident von Bern. Seine Gemeinde hat nämlich die von Antonio Hodgers geforderte Wasserstrategie bereits umgesetzt. Aufgrund der Blue-Community-Initiative haben die Behörden der Stadt Bern entschieden, in ihrem Einflussbereich so oft als möglich Leitungswasser anstelle von abgefülltem und über lange Strecken hinweg transportiertem Mineralwasser auf den Tisch zu bringen. Das gefällt den Mineralwasserproduzenten nicht besonders. Das hat der grosse Aufschrei, der durch den Medienwald tönte, nachdem dieser Entscheid bekanntgeworden war, gezeigt.
Viele Bürgerinnen und Bürger schätzen das saubere Leitungswasser und verzichten gerne auf das Schleppen von schweren Flaschen. Eines der Hauptziele dieser Blue-Community-Grundsätze ist es, Ressourcen für den Transport, für das Abfüllen der Flaschen, aber auch für die Entsorgung und das Recycling der Gebinde zu sparen - wir haben hier schon mehrmals darüber gesprochen. Ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer hat heute Zugang zu Leitungswasser von ausgezeichneter Qualität. Man kann das Wasser natürlich auch im Laden kaufen, aber es ist ganz klar so, dass sehr viel mehr Umweltressourcen gebraucht werden, um gekauftes Wasser auf den Tisch zu bringen, als wenn man einfach den Wasserhahn aufdreht. Ausserdem ist die Verwertungsquote von Getränkegebinden zwar hoch, aber das ändert nichts daran, dass die Aufbereitung und das Recycling dieser Gebinde sowie der Transport zur Recyclinganlage sehr viel Energie konsumieren.
Der Vorstoss von Antonio Hodgers ist deshalb als Teil der Energiestrategie gedacht und soll dazu beitragen, dass so wenig Wasser wie möglich durch die Schweiz gefahren wird und dass man es dort nimmt, wo man es auch herstellt, das heisst, dass auf überflüssige Transporte und damit auch auf CO2-Emissionen verzichtet wird. Deshalb würden wir es sehr gut finden, wenn der Bundesrat im Rahmen der Energiestrategie auch national eine Strategie umsetzen würde, wie sie heute von einzelnen Kommunen verfolgt wird. Durch Informationskampagnen, aber auch durch die Möglichkeit von Lenkungsabgaben wie z. B. Pfandsysteme soll er die Verwendung von abgepackten Getränkeflaschen weniger attraktiv machen. Stattdessen soll er es attraktiver machen, das zu nehmen, was man schon hat, nämlich das Wasser vor unserer Haustüre.