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Imoberdorf René · Ständerat · 2012-06-04

Imoberdorf René · Ständerat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2012-06-04

Wortprotokoll

Es wurde jetzt mehrmals gesagt, dass sich die Zusammensetzung und die Organisation der Familien in den letzten Jahren stark verändert haben. Verändert haben sich aber auch der Arbeitsmarkt und die Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitskräften. Es ist Aufgabe des Staates, gute Rahmenbedingungen zu schaffen für die Wirtschaft, aber auch für die Familie. Wenn nun Bund und Kantone die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit fördern, verbessern sie damit die Rahmenbedingungen nicht nur für die Familie, sondern auch für die Wirtschaft.

In den letzten Jahren haben immer mehr Frauen eine Berufslehre absolviert oder eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Das zeigt sich beispielsweise auch daran, dass in der Mittelschule in Brig, also im Oberwallis, 2011 erstmals mehr Frauen als Männer die Matura gemacht haben. Es hat sicher niemand Interesse daran, auch die Wirtschaft nicht, dass viele dieser Frauen nicht erwerbstätig werden, nur weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ungenügend ist.

Weiter kann wohl niemand abstreiten - das hat auch Herr Kollege Schwaller angedeutet -, dass tendenziell immer mehr Familien auf ein Einkommen von beiden Partnern angewiesen sind, insbesondere dann, wenn mehrere Kinder in Ausbildung sind. Viele Familien sind auf ein bedarfsgerechtes, aber auch auf ein finanzierbares Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen angewiesen. Wenn die Bedeutung der Familienpolitik in der Bundesverfassung verankert wird, hat dies Signalwirkung nicht nur auf Bund, Kantone und Gemeinden, sondern auch auf die Wirtschaft und unsere Gesellschaft.

Ich möchte Sie bitten, auf die Vorlage einzutreten.