preparatory:AB 164889
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-09-18
Wortprotokoll
Wir wissen es, die beiden ETH stellen sehr hohe Anforderungen an ihre Studierenden. Sie wollen und können keine Abstriche machen, wenn sie weiterhin zur Weltspitze gehören wollen. Wir freuen uns natürlich sehr darüber, dass sie auch im jüngsten Ranking wieder ganz an der Spitze erscheinen. Das ist ein Leistungsausweis, der nur zustande kommen kann, wenn die Ansprüche ganz hoch angesetzt werden. Der Bundesrat begrüsst die Massnahmen, die die beiden ETH in den letzten Jahren ergriffen haben und die mithelfen, den Anteil der erfolgreich abgelegten Prüfungen am Ende des ersten Studienjahres zu erhöhen. Ich rufe in Erinnerung, dass Beratungs-, Betreuungs-, Unterstützungs- und Informationsmassnahmen ergriffen worden sind.
Herr Neirynck, von einem obligatorischen Eignungstest in Mathematik soll aus Sicht des Bundesrates und damit natürlich aus Sicht der betroffenen Schulen weiterhin abgesehen werden. Wir sind der Überzeugung, dass die eidgenössische Maturität oder eine anerkannte kantonale Maturität das Niveau garantieren muss, das vorausgesetzt wird, um an einer der ETH ein Studium beginnen zu können. Das Gleiche gilt natürlich für den Studienbeginn an Universitäten.
Es ist Aufgabe der Kantone und der Gymnasien, im Dialog mit den Hochschulen dafür zu sorgen, dass mit der Maturität die Hochschulreife erreicht wird, und zwar eben auch im mathematischen Bereich. Ich erinnere daran, dass der zukünftige Präsident der ETH Zürich, Lino Guzzella, vor nicht allzu langer Zeit öffentlich deutlich gemacht hat, dass er die Ansprüche hoch halten will, ein gewisses Defizit feststellt und davon ausgeht, dass die zuführenden Schulen entsprechende Anstrengungen unternehmen, um die Voraussetzungen bei Studienbeginn zu verbessern.
Ein obligatorischer Eignungstest an den ETH könnte als erster Schritt in Richtung einer zusätzlichen Zulassungshürde verstanden werden, einer Eintrittsprüfung, wenn Sie so wollen. Das würde dann aber auch wieder als bürokratische Hürde gesehen, und deshalb sind wir der Meinung, dass es der falsche Weg wäre. Der Bundesrat will also von einem obligatorischen Eignungstest absehen. Er weiss, dass die ETH ganz hohe Ansprüche stellen, sich auch in der Unterstützung der jungen Studenten engagieren und damit mithelfen, dass die Abbruchquote nach dem ersten Studienjahr tiefer gehalten werden kann.
Mit diesen Feststellungen bitte ich Sie, die Motion abzulehnen.