AB 164894
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-09-18
Wortprotokoll
Gestatten Sie mir, mit einer kurzen Auflistung der wesentlichen Berichte und Studien seit 2000 zu beginnen: 2000 wurde eine Ad-hoc-Studie zu Stress am Arbeitsplatz unter der Federführung des Seco veröffentlicht; 2003 gab es eine Ad-hoc-Studie zu Mobbing am Arbeitsplatz, ebenfalls unter der Federführung des Seco; 2005 erfolgte die erste Teilnahme am European Working Conditions Survey (EWCS); 2007 wurden Schlüsselfragen der EWCS-Umfrage von 2005 in die damals durchgeführte schweizerische Gesundheitsbefragung integriert; 2010 erfolgte der zweite Teil des EWCS mit einem Vertiefungsmodul zu Arbeitszeiten, Stress und Doping bei der Arbeit; 2012 - das ist wesentlich - gab es erneut eine schweizerische Gesundheitsbefragung, der entsprechende Bericht wird in den nächsten Wochen veröffentlicht; 2015 wird die dritte Teilnahme am EWCS stattfinden; eine weitere schweizerische Gesundheitsbefragung ist für 2017 vorgesehen. Aktuell plant das Seco zudem einen Bericht über die Anzahl Krankheiten, der in den nächsten Wochen veröffentlicht werden soll. Der Bundesrat ist sich also der gesundheitlichen Risiken durch eine übermässige Belastung am Arbeitsplatz durchaus bewusst.
Der Bundesrat unterstützt also bereits jetzt zwei nationale Befragungen zur physischen und psychischen Arbeitsbelastung - diese Befragungen werden je alle fünf Jahre durchgeführt -, und zwar einerseits die schweizerische Gesundheitsbefragung und andererseits den EWCS. Diese Erhebungen erlauben einen Vergleich zwischen verschiedenen Belastungsfaktoren, und unter diesen Belastungsfaktoren findet sich auch der Stress am Arbeitsplatz. Zusätzlich erarbeitet das Seco wie gesagt eine Schätzung des durch Arbeit bedingten Anteils an Gesundheitsstörungen in der Schweiz, was natürlich auch Ausfälle am Arbeitsplatz einschliesst. Die Resultate werden im Verlauf des nächsten Jahres vorliegen.
Die Erfassung der betrieblichen und volkswirtschaftlichen Belastungskosten ist nicht einfach. Es bestehen auch keine Datenquellen zur Erfassung der entsprechenden Kosten. Die Wirkungszusammenhänge bei Stress und weiteren Belastungen sind sehr komplex, und die gesundheitlichen Konsequenzen sind unterschiedlich und auch individuell verschieden. Wir haben viele Studien, wir sind im Seco an der Arbeit, und ein Bericht ist unmittelbar anstehend. Weitere entsprechende Untersuchungen sind für die nächsten Jahre bereits in Planung und am Anlaufen.
Ich empfehle dem Rat, das Postulat abzulehnen.