Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2001-11-27
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2001-11-27
Wortprotokoll
Die evangelische und unabhängige Fraktion setzt sich engagiert für mehr Verkehrssicherheit ein und befürwortet sämtliche Massnahmen, die dazu beitragen können, dass es auf unseren Strassen weniger Tote und Schwerverletzte gibt. Vergessen wir nicht: Bei den Toten handelt es sich nicht nur um die Lenkerinnen und Lenker der Fahrzeuge, über die wir jetzt diskutiert haben, sondern es geht auch darum, dass in diesen Fahrzeugen sehr oft - gerade bei jungen Lenkern und Neulenkern - Kolleginnen und Kollegen, auch junge Leute, mitfahren. Bei schweren Verkehrsunfällen sind eben nicht nur die Lenkerinnen und Lenker der Fahrzeuge betroffen, sondern ebenso sehr die mitfahrenden Passagiere.
Wir haben festgestellt, dass die Neulenker markant höhere Unfallzahlen aufweisen. Die Unfallquote spricht ja schon für sich, und es scheint uns eigentlich undiskutabel zu sein, dass dagegen ein Rezept gefunden werden muss. Die Weiterbildung, wie sie der Bundesrat vorsieht und an welcher der Ständerat zum Glück auch nach wie vor festhalten möchte, ist eine vernünftige und sinnvolle Antwort auf die Tatsache der weitaus grösseren Unfallhäufigkeit bei Neulenkenden. Die Erfahrungen mit einem solchen System sind positiv, es wurde bereits angetönt.
Herr Binder hat gesagt, es stimme etwas an unserer Grundausbildung nicht, wenn wir eine solche zusätzliche Ausbildung nach der Erteilung des Führerausweises noch durchführen müssten, oder die Weiterbildung würde allenfalls zu spät einsetzen, weil die Neulenker schon in den ersten Monaten in schwierige Situationen kämen. Das ist wirklich kein Gegenargument! Denn es ist eine Tatsache, dass beim Fahrlehrer aufgrund von Theorie und Praxis einiges erlernt werden kann, dass aber die richtige Praxis eigentlich erst dann beginnt, wenn die Neulenker allein auf der Strasse unterwegs sind. In diesen ersten Monaten und Jahren dieser richtigen Praxis des Alleinfahrens ist es gerade wichtig, dass, verknüpft mit den ersten Erfahrungen aus diesen Jahren, eine Weiterbildung stattfindet. Die Weiterbildung kann eigentlich erst zu diesem Zeitpunkt ihre volle Wirkung entfalten.
Die Kosten sind erwähnt worden, sie sind aber aus unserer Sicht überhaupt kein Argument gegen die Einführung dieser Ausbildung. Allein der Betrieb eines bescheidenen Autos der Mittelklasse während eines Jahres kostet weit über 5000 oder 6000 Franken. Dagegen sind ein paar hundert Franken für eine solche zusätzliche Ausbildung ein Pappenstiel. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass mit einer solchen Ausbildung viel schweres Leid für die betroffenen Lenker, aber auch für Mitbeteiligte und Angehörige vermieden werden kann, dann ist es aus unserer Sicht keine Frage, dass wir hier dem Zweiphasenmodell zustimmen und mit dem Ständerat dem Entwurf des Bundesrates folgen müssen.