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Maier Thomas · Nationalrat · 2014-09-16

Maier Thomas · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2014-09-16

Wortprotokoll

Als ich meinen Vorrednern zugehört habe, bin ich schon etwas ins Grübeln geraten. Ich möchte einfach noch einmal klarstellen: Es geht hier nicht um Sein oder Nichtsein der schweizerischen dualen Berufsbildung, und es geht auch nicht um Sein oder Nichtsein von Europa. Es geht lediglich darum, ob der Bund bei Ausschreibungen als eines von vielen Kriterien auch die Ausbildung von Lernenden berücksichtigen soll.

Es ist Ihnen wohl bekannt, dass wir Grünliberalen nicht wirklich begeistert sind von diesem Geschäft. Ausschreibungen vonseiten des Staates sind bereits heute sehr kompliziert und aufwendig und müssen sehr viele Kriterien und Rahmenbedingungen erfüllen. Diejenigen von uns, die gleichzeitig in lokalen Exekutiven tätig sind, wissen haargenau, wovon ich spreche. Ich bin froh, muss ich nicht selber solche Submissionen vornehmen.

Fakt ist - ich weise gern noch einmal darauf hin -, dass sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt vor allem dank den Unternehmen in der Schweiz extrem entspannt hat. Heute können Jugendliche - abgesehen von wenigen Traumberufen, wo alle hinwollen - aus einer breiten Palette aussuchen, was zu ihnen passt, und finden auch eine Lehrstelle. Unternehmen müssen sich um gute Lernende sogar bemühen. Dies ist auch gut so und kann den vielen kleinen, mittleren und grossen Unternehmen in der Schweiz nicht oft genug verdankt werden. Selbstverständlich profitieren sie so mit dem Aufbau des eigenen Nachwuchses auch gleich selber, was nichts als natürlich und eine Win-win-Situation ist.

Immerhin haben jetzt eine Mehrheit im Ständerat und eine Mehrheit in der WAK-NR noch gemerkt, dass wir in der ganzen Übung den Bereich von Staatsverträgen ausnehmen müssen. Wir Grünliberalen sind dort bei der Mehrheit, aber nur dort. Am Ende werden wir das Geschäft aus den erwähnten Gründen ablehnen.