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Lustenberger Ruedi · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP · 2014-09-26

Wortprotokoll

Wir verabschieden uns heute von unserer Ratskollegin Ursula Haller.

Ursula Haller wurde 1999 auf der Liste der Berner SVP in den Nationalrat gewählt. Bereits zuvor war sie politisch aktiv, seit 1985 als Mitglied der Thuner Legislative und von 1990 bis 1999 als Berner Grossrätin und auch als Grossratspräsidentin. Seit sechzehn Jahren engagiert sich Ursula Haller als hauptamtliche Thuner Gemeinderätin. Zuvor arbeitete die gelernte Betriebsbeamtin SBB in verschiedenen Stellen, beispielsweise in der Direktion der Eidgenössischen Munitionsfabrik. Im Nationalrat war unsere Kollegin Ursula Haller aktiv in der Aussenpolitischen Kommission, in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur und in der Sicherheitspolitischen Kommission. Ursula Haller politisiert geradlinig und eigenständig, mit Herz und Verstand. Sie wurde geschätzt für die offene und menschliche Art, wie sie auf Personen und politische Themen zuging. Ihr Leitmotiv in der Politik, schreibt sie auf ihrer Website, lautet: "Sage, was Du denkst, und denke, was Du sagst." Im turbulenten politischen Jahr 2008 wirkte sie als Mitbegründerin der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP). Zu Recht wurde Ursula Haller aufgrund einer Handanalyse in einem kürzlich erschienenen Presseartikel auch als eine willensstarke Macherin mit grossem inneren Antrieb beschrieben. Einer ihrer ganz grossen politischen Erfolge, den sie in einer überparteilichen Zusammenarbeit mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen eingefädelt hatte, war die parlamentarische Initiative für einen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Das Anliegen, das einen seit Langem bestehenden Verfassungsartikel umsetzte, fand 2003 in den Räten und ein Jahr darauf auch in einer Volksabstimmung eine Mehrheit. Mit dem Ende der Herbstsession, also heute, verlässt unsere Kollegin die Bundespolitik und tritt dann auch als Mitglied der Thuner Stadtregierung zurück. Ursula Haller ist eine Vollblutpolitikerin, die sich glaubwürdig, kompetent und auch mit Leidenschaft für das Allgemeinwohl engagiert. Sie freut sich nun auch auf das Leben nach der Politik. Sie möchte, so schreibt Ursula Haller in ihrem Rücktrittsschreiben, zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Familie den Herbst des Lebens noch möglichst lange geniessen können. Das mögen wir unserer Kollegin von Herzen gönnen.

Liebe Ursula, wir danken Dir für Deinen Einsatz in unserem Rat für unsere Bevölkerung und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute. (Stehende Ovation; der Präsident überreicht Frau Haller einen Blumenstrauss)

Wir kommen nun noch zur Verabschiedung von zwei verdienten Mitarbeitern der Parlamentsdienste.

Unsere Sessionsweibelin im Nationalrat, Frau Catherine Leutenegger, wird uns altershalber auf Ende dieser Session verlassen. Während rund drei Jahren war sie dafür besorgt, dass wichtige und manchmal auch weniger wichtige Benachrichtigungen rasch und präzise an die richtigen Adressaten gelangten, dass Telefonate prompt erledigt werden konnten und dass Gäste unverzüglich zu den Ratsmitgliedern fanden. Mit viel Freude, Engagement und mit nie ermüdendem Elan stand Frau Leutenegger für uns im Einsatz. Sie hatte für jedes Problem und für jede Frage eine Antwort parat. Sie ist gerannt, sie hat geholfen und sie ist geweibelt - und um ein passendes Wort war sie auch nie verlegen. Wir werden ihre dienstleistungsorientierte Persönlichkeit vermissen.

Für ihre wertvolle Mitarbeit danken wir Frau Leutenegger bestens. Wir wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt weiterhin gute Gesundheit und Wohlergehen, damit sie ihren wunderbaren Garten noch ganz lange pflegen und geniessen kann. Herzlichen Dank, Catherine! (Stehende Ovation; der Präsident überreicht Frau Leutenegger einen Blumenstrauss)

Mit dem Ende dieser Session tritt auch ein langjähriger Mitarbeiter der Parlamentsdienste in den Ruhestand: Herr Charles Lombard, Protokollführer beim Amtlichen Bulletin. Als gebürtiger Thuner lebt Herr Lombard seit vielen Jahren in La Chaux-de-Fonds. Seinen ersten grossen Einsatz als Protokollführer hatte er vor 25 Jahren bei der PUK EJPD. Seither hat Herr Lombard Hunderte von Kommissionssitzungen mitgeschrieben und Tausende von Protokollseiten verfasst - dies stets mit besonderem stilistischem Feingefühl, denn Herr Lombard ist im Hauptberuf Schriftsteller. Als solcher hat er vor allem zahlreiche Hörspiele und Theaterstücke verfasst. Ein Dramatiker muss seine Schreibe wie eine Rede konzipieren können. Hier bei uns wird von den Protokollführern genau das Gegenteil verlangt, nämlich dass sie unsere Rede in eine lesbare Schreibe umwandeln. Diese spannenden sprachlichen Vorgänge haben Herrn Lombard stets fasziniert, und sein Bewusstsein dafür schlug sich in der ausserordentlich hohen Qualität seiner Protokolle nieder. Sein grosses Engagement galt auch der Weiterbildung seiner Kolleginnen und Kollegen, die immer wieder von seinem reichen Erfahrungsschatz profitieren konnten.

Im Namen unseres Rates danke ich Herrn Charles Lombard für seine langjährigen wertvollen Dienste zugunsten unseres Parlamentes. Auch in Ihrem Namen wünsche ich ihm herzlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg für sein zukünftiges Schaffen und Schreiben! (Stehende Ovation; der Präsident überreicht Herrn Lombard einen Blumenstrauss)

Ich kann Ihnen mitteilen, dass wir in dieser Session die Traktandenliste zu hundert Prozent abgearbeitet haben und auch sehr viele persönliche Vorstösse überwiesen haben - zum Teil vielleicht zum Leidwesen des Ständerates. (Heiterkeit)

Ich wünsche Ihnen einen goldenen, sonnigen Herbst! (Beifall)

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Schluss der Sitzung und der Session um 09.10 Uhr

Fin de la séance et de la session à 09 h 10

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