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Germann Hannes · Ständerat · 2015-03-12

Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-03-12

Wortprotokoll

Es ist dies der zweite Antrag meiner Triade. Die 65,1 Millionen Franken sind nicht mehr erreichbar, aber trotzdem möchte ich Ihnen den Antrag begründen, den Zahlungsrahmen im Bereich Film auf 223 900 000 Franken festzulegen.

Wie komme ich auf diese Abstriche - minus 30 Millionen gegenüber dem Entwurf des Bundesrates? Das setzt sich zusammen aus fünfmal 6 Millionen Franken. Hier habe ich konkret etwas gefunden, das neu hinzukommt, nämlich das neue Förderinstrument "Filmstandort Schweiz". Das BAK will damit verschiedene Anreize schaffen, um den Filmstandort Schweiz zu stärken. Das ist soweit okay, das konnte man bis heute auch schon machen. "Dazu übernimmt das BAK" - so heisst es in der Botschaft auf Seite 611 - "maximal 20 Prozent der in der Schweiz anfallenden Herstellungskosten (Löhne, Honorare, Leistungen an Schweizer Unternehmen usw.). Das neue Instrument beabsichtigt, Filme, die bisher im Ausland gedreht wurden, in die Schweiz zu holen." Nachher werden Zusatzmittel von 6 Millionen Franken pro Jahr für "Filmstandort Schweiz" konkret gefordert, "um damit je 5 bis 10 Spiel- und Dokumentarfilme zu fördern".

Ich habe nichts gegen die Filmförderung. Aber das ist ein neues Tummelfeld des Bundes, und ich meine einfach, in Anbetracht der Finanzen sprenge das nun wirklich den Rahmen. Schauen Sie, ich hab's wieder verglichen: In der jetzigen Periode gibt man für die Filmförderung pro Jahr, über die vier Jahre gesehen, 42,7 Millionen Franken aus. Neu sind 50,8 Millionen beantragt. Das ist ein Wachstum von fast 20 Prozent. Mit meinem Antrag, das um 30 Millionen, also fünf mal 6 Millionen pro Jahr zu kürzen, würden wir neu bei 44,8 Millionen Franken landen, also von 42,7 Millionen jetzt auf 44,8 Millionen Franken. Das ist immer noch eine erkleckliche Steigerung von 5 Prozent. Sie müssen sich das einfach vor Augen halten. 5 Prozent mehr gibt's trotzdem und jetzt: Arrangez-vous, macht das Beste daraus! Unternehmen haben wegen des Eurokurses jetzt manchmal 5, 10, 20 Prozent weniger Umsatz. Man muss sich auch arrangieren.

Ich glaube, hier kann man die Prioritäten durchaus noch etwas anders setzen. Ich habe nichts gegen den "Schellen-Ursli". Das sind ja gute und schöne Geschichten. Ich verweise Sie aber einfach auch auf die Tatsache, dass man sich hier keine falschen Hoffnungen machen sollte, wenn Filme in der Schweiz statt im Ausland gedreht werden. Wenn es dann ja Schweizer Filme sind, werden sie primär von Schweizern geschaut. Wir möchten uns ja eigentlich an die Welt richten. Dann würde man vielleicht besser mit Schweiz Tourismus zusammen arrangieren, dass wieder ein Bond-Film oder eine Bollywood-Produktion aus Indien in der Schweiz gedreht wird. Dann hätten wir mindestens eine globale Wirkung.

Ich will das nicht in Abrede stellen, aber letztlich ist es auch die Freiheit der Filmschaffenden, dort zu drehen, wo sie wollen. Wenn nun "Sils Maria" halt nicht in Sils Maria gedreht wird, sondern irgendwo in Österreich, dann lassen Sie den Regisseur das doch tun. Es ist dann einfach nicht authentisch. Also ich finde, sich hier einzumischen sprengt für mich wirklich den Rahmen, obwohl ich gerne Filme sehe und auch gerne solche wie die genannten; vor allem auch gerne Dokumentarfilme, die das Schweizer Fernsehen heute macht. Die sind oft sehr, sehr sehenswert, und es braucht hier nicht noch zusätzliche Anstrengungen. Der Spielraum wird erweitert, aber meines Erachtens gehen die fünf mal 6 Millionen Franken zu weit.

Ich bitte Sie, meinem Kürzungsantrag zuzustimmen.