preparatory:AB 172444
Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2013-09-26
Wortprotokoll
Ich möchte Ihnen bei diesem Vorstoss etwas beliebt machen, das eigentlich sehr simpel ist: Wir haben ja einmal für die Fahrausbildung der Fahrschülerinnen und Fahrschüler die Zweiphasenausbildung eingeführt. Man hat zwei sogenannte Weiterausbildungskurse (WAB) definiert, und diese sollten dann die Verkehrssicherheit und das Risikoverhalten der Neulenkerinnen und Neulenker massiv verbessern. Das war die Theorie, die Praxis hat diese Zweiphasenausbildung eigentlich infrage gestellt.
Was wollen wir mit diesem Vorstoss nicht? Wir wollen mit diesem Vorstoss den Führerausweis auf Probe nicht abschaffen. Ich werde dann in der Folge einen Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung zitieren, in dem einige interessante Feststellungen gemacht werden konnten. Wir wollen nur das Obligatorium für diese beiden WAB-Kurse aufheben. So einfach ist der Antrag, den wir Ihnen hier stellen.
Ich habe auf den Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung verwiesen. Dieser kommt bei der Frage der Wirksamkeit dieser WAB-Kurse eigentlich zu einem vernichtenden Resultat. Ich möchte einen zentralen Satz auf Seite 88 dieses Berichtes zitieren: "Signifikant war jedoch der Anstieg nach dem WAB-2 auf 4,00. Somit bestätigte sich in diesem Datensatz die Verschlechterung im Risikoprofil nach dem WAB-1 und nach dem WAB-2." Das heisst nichts anderes, als dass diese beiden Kurse noch zu einer Verschlechterung des Risikoverhaltens der Junglenkerinnen und Junglenker beigetragen haben. Dann der absolute Hammer auf Seite 90: "Die zentralen Elemente der beiden WAB-Kurse scheinen keinen Einfluss auf den für die Zukunft beabsichtigten Fahrstil zu haben." Das habe wie gesagt nicht ich geschrieben, das hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung in ihrem Bericht festgehalten.
Wie Sie vielleicht auch sehen können, ist dieser Bericht nicht in die Stellungnahme des Bundesrates eingeflossen. Aber das ist auch logisch, weil die Beantwortung des Vorstosses vorher gemacht wurde und der Bericht erst nachher gekommen ist.
Unser Antrag ist also ganz simpel: Für wirkungslose, sogar kontraproduktive Kurse muss das Obligatorium aufgehoben werden. Das ist Punkt eins. Punkt zwei: Wir müssen die Zweiphasenausbildung generell beibehalten. Das heisst, dass wir den Führerausweis auf Probe nicht infrage stellen, weil im gleichen Bericht auch eine interessante Erkenntnis zutage kommt. Diese lautet: Der Führerausweis auf Probe ist wie ein Damoklesschwert. Wenn Sie nämlich wissen, dass für Sie als Neulenker der Führerausweis schon bei einem kleinen Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz wieder weg ist und Sie mit der Ausbildung wieder bei Adam und Eva beginnen müssen, fahren Sie automatisch vorsichtiger. Das stellen wir überhaupt nicht infrage. Wir stellen eben das Obligatorium zweier wirkungsloser Kurse infrage, von denen dann übrigens jeder etwa 750 Franken kostet. Damit wird den jungen Leuten Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass man eine Wirkung hat - wie gesagt, ist sogar eine leicht kontraproduktive Wirkung entstanden. [PAGE 1732]
Dieses Obligatorium muss weg, womit das Ganze billiger wird. Aber mit dem Führerausweis auf Probe haben wir eigentlich die Verkehrssicherheit erhöht, weil dort das erwähnte Damoklesschwert wirkt.
Ich bitte Sie also, diesen Vorstoss zu unterstützen. Sie tun damit nicht nur den jungen Leuten einen guten Dienst, sondern verbessern damit auch die generelle Verkehrssicherheit.