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Müller Geri · Nationalrat · 2014-06-19

Müller Geri · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2014-06-19

Wortprotokoll

Ihre Partei hat durchgesetzt, dass Asylsuchende nicht arbeiten dürfen; das steht am Anfang. Sie hatten Angst, dass die Asylsuchenden sich dann zu schnell assimilieren. Verstehen Sie Folgendes: Die Leute, die hierherkommen, kommen nicht, um sich auszuruhen und zu warten, bis sie vielleicht in fünf Jahren einen Bescheid haben. Sie kommen hierher, weil sie von ihrer Familie - und diese Familie ist das ganze Dorf - den Auftrag haben, ihr Dorf zu ernähren. Wenn wir ihnen die Arbeitsmöglichkeit verweigern, ist es naheliegend, dass so etwas passiert. Ich finde das nicht gut, aber dann müssen wir wirklich das Problem lösen.

Das Problem lösen heisst, dass die Leute, die hierherkommen, arbeiten können. Das aber verhindern Sie permanent. Dafür holen wir andere Leute herein, die dann nur drei, vier Monate arbeiten dürfen. Verstehen Sie: Damit haben Sie keine Problemlösung. Wenn Sie die Überfälle oder die Einbrüche meinen - es sind nicht alle Leute, die in die Schweiz kommen, Asylsuchende. Es gibt auch Leute, die die Schweiz ganz bewusst benutzen, weil die Einkommensdifferenz zwischen der Schweiz und gewissen Staaten im Osten einfach derart gewaltig ist. Ich würde auch nicht in Kosovo einen Einbruch machen. Verstehen Sie: Lösen Sie doch die Probleme dort, wo sie zu lösen sind, und nicht einfach über ein so generelles Gesetz, das den Leuten das Leben schwermacht.