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Stöckli Hans · Ständerat · 2015-06-16

Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-06-16

Wortprotokoll

Die Antwort des Bundesrates ist etwas als "politisches Fasten" bei mir angekommen, nämlich dass er sich der Aufgabe etwas entzogen hat, mit politischer, inhaltlicher Nahrung auf dieses Thema einzugehen. Ich bedaure, dass das Fasten in der Antwort des Bundesrates praktisch nur im Zusammenhang mit der Gewichtsreduktion gesehen worden ist und dass dann der berühmte Jo-Jo-Effekt in den Fokus gerückt worden ist. Ich sehe das anders.

Sie schreiben, Herr Bundesrat, dass Fasten der Gesundheit mehr Schaden als Nutzen bringe, obwohl Sie offenbar nicht bereit sind, dies auch mit Studien zu untermauern. Sie sagen, man informiere schon genügend, weil das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen der Bevölkerung auf seiner Website Informationen zur gesunden Ernährung zur Verfügung stelle. Mir geht es um etwas ganz anderes. Mir geht es darum, einen Beitrag zur Abklärung zu leisten, ob die Methode des Fastens tatsächlich nur Schaden bringt oder ob Fasten nicht auch, wie immer mehr behauptet wird, einen Nutzen für die Gesundheit der Menschen hat.

Die internationale Medizinwelt hat an gewissen Orten, bereits auch in klinischen Studien, auch von Universitätsspitälern, in diesem Bereich aktiv gewirkt, und es sind auch stichfeste Dokumente vorhanden, nach denen das Fasten auch einen positiven Einfluss auf Krankheiten wie Arthrose, rheumatoide Arthritis oder Bluthochdruck hat und dementsprechend einen Beitrag gegen diese Krankheitsbilder leistet. Das Schweizer Fernsehen, die SRG, hat den Service public so ausgelegt, dass beispielsweise im Jahr 2008 im Rahmen der Sendung "Puls" eine Woche lang ein Fastenexperiment durchgeführt wurde. Auch das Schweizer Radio macht regelmässig Sendungen zu diesem Thema. Dementsprechend bedaure ich natürlich, dass der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich keinen Beitrag leisten möchte. Ich denke aber, dass wir im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten in der Feinbearbeitung zweifellos wieder auf dieses Thema zurückkommen werden.

In diesem Sinne muss ich leider sagen, Herr Bundesrat, dass mich Ihre Antwort nicht befriedigt.