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Bertschy Kathrin · Nationalrat · 2015-09-10

Bertschy Kathrin · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2015-09-10

Wortprotokoll

Ich teile meine Redezeit mit Frau Chevalley und möchte rasch auf Artikel 10h eingehen. Das Umweltschutzgesetz wurde zuletzt in den Achtzigerjahren revidiert. Es hat eine nationale Sichtweise, und es ist zum Teil stark überholt. Es fehlt eine verankerte langfristige Zielsetzung zur Schonung der Ressourcen und zur Verbesserung der Ressourceneffizienz. Artikel 10h legt diese als Ziel fest, als Ziel für Bund und Kantone.

In den dreissig Jahren seit der letzten Revision ist viel passiert. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass längst nicht mehr alle Phasen des Lebenszyklus eines Produktes im gleichen Land anfallen. Mehr als die Hälfte der Umweltbelastung, die sich aus dem Schweizer Konsum ergibt, fällt im Ausland an. Es macht keinen Sinn, die Umweltinformationen bereitzustellen und die Umweltberichte, diese Reportings, zu erstellen - darum geht es in Kapitel 4 des geltenden Gesetzes - und einen zentralen Bereich der Umweltbelastung auszublenden. Das ist vergleichbar mit der Berichterstattung über das Bruttoinlandprodukt: Wir lassen auch nicht ganze Branchen oder Regionen weg, von denen wir wissen, dass sie besonders relevant sind. Wenn wir eine Berichterstattung wollen, die Sinn macht, gilt es auch, die Umweltbelastung der im Inland konsumierten Produkte über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen. Ich bitte Sie, an diesem Grundsatz festzuhalten.

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