Leuthard Doris · Bundesrat · 2015-09-14
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2015-09-14
Wortprotokoll
Dass im Moment niemand marktgerecht produzieren kann, ist genau das Problem. Herr Nationalrat, wir haben schon vier Wege zur Erfüllung Ihres Anliegens.
Der erste ist das in Beratung befindliche Energiegesetz, das Sie ja sehr gut kennen. Dort hat der Bundesrat die Direktvermarktung und eine Eigenverbrauchsregelung vorgeschlagen, damit jemand, der selber produziert, einmal primär seinen eigenen Bedarf deckt. Mit der Direktvermarktung hat man einen Anreiz und einen Marktmechanismus, um Bedarf und Produktion näher zueinander zu bringen. Das ist Bestandteil des Gesetzes. Das wird nächste Woche im Ständerat diskutiert, und Sie werden es dann nochmals zur Beratung im Nationalrat erhalten.
Zweitens haben wir schon in der Kommission dargelegt, dass wir im StromVG mit den Smart-Grid-Technologien noch ein verbessertes Einspeise- und Lastmanagement hinkriegen müssen. Auch das ist aufgegleist und im Moment in der Erarbeitung für die Vernehmlassung.
Drittens haben wir ja eigentlich nur ein Problem der saisonalen Speicherung, nämlich dass wir mit dem heutigen Strommix so oder so in den Wintermonaten auch Strom importieren. Wir wissen, dass die Forschung zur Speicherung uns da eine Lösung bringen muss; das Parlament hat da ja auch die Budgets erhöht. Es braucht nicht nur, was wir an Speicherkraftwerken und Pumpspeicherung haben, sondern es braucht, wie Sie zu Recht sagen, auch Batterie- und andere Speicherlösungen, die helfen, die volatilen Produktionen aufzufangen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir da bis in zehn Jahren eine Lösung haben. Zumal im Schweizer Strommix die erneuerbaren Energien heute nur einen sehr kleinen Anteil darstellen, dürfte das bis dahin auch technologisch genau den Effekt haben, dass wir viel mehr am Markt, viel mehr bedarfsgerecht und eben mit Speicherlösungen produzieren können.