preparatory:AB 190780
von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-09-16
Wortprotokoll
Ich spreche zu Artikel 34a im Abschnitt 1a. "Holzförderung", und werde den ganzen Artikel durchgehen. Dieser Artikel ist enorm wichtig, da es um die Nutzung, Bewirtschaftung und Verarbeitung unseres Rohstoffes Holz geht. Warum? Holz ist der einzige nachwachsende Rohstoff, den wir in unserem Land in grossen Mengen haben: 10 Millionen Kubikmeter wachsen jedes Jahr nach. Im Bau hat sich das Holz sehr gut etabliert. Dank innovativer Forschung und Weiterentwicklung kann heute sehr vieles mit Holz gebaut werden, auch in Kombination mit anderen Baustoffen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Holz ist beliebt und liegt im Trend. Holz ist nie ein Abfallprodukt.
Was die Freude über diese Situation dämpft: Wenn wir die Herkunft des Holzes auf Grossbaustellen analysieren, stellen wir fest, dass rund 70 Prozent des Holzes aus dem Ausland stammen. Das heisst, dass unsere Waldbewirtschaftung zum Erliegen kommt und zunehmend auch die Verarbeitungsbetriebe aufgeben. Dazu kommt, dass die Pflege der Schutzwälder immer mehr fremdfinanziert werden muss, da der Holzerlös sehr tief ist. Es kann doch nicht sein, dass über lange Distanzen in jedes Bergtal hinauf verarbeitetes Holz aus dem Ausland transportiert wird, nur weil es günstiger kommt. Unser Wald liegt nun einmal hier auf Schweizer Boden.
Wenn wir in unserem Land in Zukunft noch eine Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung wollen, dann braucht es dieses politische Bekenntnis zum Schweizer Holz. Mit diesem Bekenntnis erhalten wir flächendeckend in unserem Land Arbeitsplätze, und es ist aktiver Umweltschutz mit einer guten Wertschöpfung. Die aktuelle Situation im Schweizer Wald ist bedenklich. Was den Energiebereich betrifft, gibt es je nach Region grosse Vorräte im Wald, die nicht abgeholt werden, sondern dort vermodern. Im Schutzwaldbereich muss die öffentliche Hand immer mehr bezahlen, weil der Holzerlös immer tiefer ausfällt. Im Nichtschutzwald kommt die Bewirtschaftung immer mehr zum Erliegen. Da frage ich mich schon, was für eine Energie- und Ressourcenpolitik wir betreiben.
Aus all diesen Gründen bin ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die Waldgesetzrevision als Chance nutzen, die Holzförderung, das heisst den Absatz und die Verwertung von Schweizer Holz, zu stärken.
Bei Artikel 34a unterstützen wir die Fassung der Mehrheit: "Der Bund fördert den Absatz ... insbesondere mittels der Unterstützung von innovativen Projekten und durch Absatzförderungsmassnahmen zugunsten von Schweizer Holz." Das ist eine wichtige Aussage, da die Massnahme klar definiert ist; es geht um Schweizer Holz.
Bei Artikel 34b Absatz 1 unterstützen wir auch die Mehrheit, da das Holz als Baustoff in eine bessere Position gebracht wird und dies dazu führt bzw. die Möglichkeit stärkt, Holz im Bau zu fördern.
Bei Artikel 34b Absatz 2 unterstützen wir den Antrag der Minderheit Rösti. Wir haben in der Schweiz das strengste Waldgesetz der ganzen Welt. Das hat seinen Preis bei der Bewirtschaftung und Pflege. Somit ist es naheliegend, dass auf der Ebene Waldgesetz auch die entsprechende Bedingung bei der Beschaffung gestellt werden muss.
Wir unterstützen den Einzelantrag von Siebenthal zu Artikel 34b Absatz 1, der verlangt, es sei in Bauten mit öffentlicher Finanzierung "... soweit geeignet die Verwendung von Schweizer Holz" zu fördern. Dieses Bekenntnis zum Schweizer Holz braucht es, damit die Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung in unserem Land erhalten bleiben.
Im Namen der SVP-Fraktion bitte ich um Ihre Unterstützung, denn unser Holz ist ein einmaliger Rohstoff, der diese verdient.