Weibel Thomas · Nationalrat · 2015-09-16
Weibel Thomas · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2015-09-16
Wortprotokoll
Auch wir Grünliberalen empfehlen Ihnen, den Antrag der Mehrheit zu unterstützen. Auf Beiträge für Waldleistungen für den Klimaschutz wollen wir verzichten. Der Wald leistet von Natur aus einen wichtigen Beitrag an den Klimaschutz. Er schützt den Boden gegen Erosion, und er bindet CO2 im Holz und im Humus.
Für die Leistung für den Klimaschutz in Form einer CO2-Senke soll nun Geld fliessen; es wären gewissermassen Subventionen für den blossen Waldbesitz. Der Wald nützt dem Klimaschutz ohne abgeltungswürdige besondere Leistungen der Waldeigentümer; denn wenn sich ein Waldbesitzer entscheidet, den Wald nicht zu nutzen, wird vorratsreicher Wald entstehen. Der Entscheid, den Wald nicht zu nutzen, erfolgt oft aus ökonomischen Gründen.
Altholz ist für die Ökologie im Allgemeinen und die Biodiversität im Speziellen sehr wertvoll. Solche Flächen können auch jetzt auf vertraglicher Basis als Schutzgebiet gesichert und entschädigt werden. Damit wird auch dem Aspekt der Langfristigkeit Rechnung getragen. Wird auf einen Vertrag verzichtet, so ist unklar, was mit diesen CO2-Geldern geschieht. Was geschieht, wenn der Wald später wieder genutzt wird? Müssen dann die Gelder zurückbezahlt werden?
Kommt hinzu, dass das Potenzial des Waldes als CO2-Senke sehr beschränkt ist und entsprechend bald ausgeschöpft sein wird. Dann setzt der natürliche Kreislauf das CO2 wieder frei. Holz und Kohlenstoff der Nutzung und dem Kreislauf zu entziehen, ist viel besser. Die Förderung der Verwendung von Holz ausserhalb des Waldes, beispielsweise im Bau, hat eine viel langfristigere Wirkung. Diese Förderung ist aber in Artikel 34 geregelt und nicht in Artikel 28, der jetzt diskutiert wird.
Kommt hinzu - ich habe beim Eintreten bereits darauf hingewiesen -, dass dieses Fördern von vorratsreichen Beständen im Widerspruch steht zum Ziel, den Wald mehr zu nutzen. [PAGE 1594]
Ich bitte Sie, hier eine konsistente Gesetzgebung zu machen und entsprechend der Mehrheit zu folgen.