Lexipedia

Vollmer Peter · Nationalrat · 2002-03-06

Vollmer Peter · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-03-06

Wortprotokoll

Nachdem ich jetzt Herrn Schlüer zugehört habe, ist es mir fast unwohl geworden, weil ich mit vielen Schlussfolgerungen einig gehen kann. Ich habe mich gefragt, wie das kommt, in diesem Bereich der Aussenpolitik. In einem Punkt möchte ich nachstossen.

Ich war auch entsetzt, als ich die Texte las, die Herr Galli ausgegraben hatte. Dieses "Gipfelireglement", um die Sprache von Herrn Schlüer zu verwenden, ist wirklich kleinkariert und fast peinlich. Ich meine eigentlich - und deshalb stehe ich hier und sage etwas und möchte den Bundesrat auffordern - Folgendes: Der Bundesrat sollte nicht neue Reglemente machen und den Betrag neu festlegen, sondern er soll seine Botschaften ermuntern, sie auffordern, kreativ zu sein, sie auffordern, mit den Auslandschweizern vor Ort etwas Gutes auf die Beine zu stellen - ohne Reglemente. Er soll die Chance nutzen, mit diesen Feiern, diesen 1.-August-Anlässen, die Schweiz zu positionieren. Einige Botschafter machen das ja fantastisch. Das Beispiel Berlin ist bereits erwähnt worden. Herr Borer, der hier sonst so viel kritisiert wird, schafft es, am 1. August wirklich grosse Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, die Schweiz zu positionieren, eine Präsenz damit zu erreichen, deren Wirkung weit über das hinausgeht, was wir mit den Krediten für Präsenz Schweiz erreichen.

Das wäre die Aufgabe des Departementes und des Departementschefs: unsere Botschafter zu ermuntern, sie aufzufordern, mehr zu tun, sich nicht zurückzuziehen auf irgendwelche Reglemente. Wir müssen diese Präsenz im Ausland - die Auslandschweizer sind auch Botschafter unseres Landes im Ausland -, diese Chance nutzen. Wir dürfen solche Veranstaltungen nicht zu einer Verwaltungsangelegenheit verkommen lassen, wie es im Ansatz in der Interpellation Galli fast den Anschein macht.

Bitte, Herr Bundesrat, ermuntern Sie unsere Botschafter! Sagen Sie, jeder braucht ein gutes Fest, und bezahlen Sie unseren Botschaftern Boni für das, was sie freiwillig zusammen mit der Wirtschaft, mit Sponsoren hereinbringen. Das gibt vielleicht auch einen Kick, und diesen Kick brauchen wir dringend bei einer grossen Zahl von Botschaftern, die wirklich noch nichts anderes kennen, als teure Champagnergläser aufzufüllen.