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Weibel Thomas · Nationalrat · 2015-12-15

Weibel Thomas · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2015-12-15

Wortprotokoll

Auch ich äussere mich zum Duro I, zu seiner Werterhaltung und zur Verlängerung seiner Nutzungsdauer. Für dieses Vorhaben ist hier mit 558 Millionen Franken der grösste Geldbetrag angesetzt. Für diesen Betrag sollen die Fahrzeuge umgebaut, erneuert und aufgerüstet werden. Wenn man diesen Betrag auf das einzelne Fahrzeug herunterrechnet, gibt das den stolzen Preis von 240 000 bis 250 000 Franken. Das ist ein beachtlicher Betrag, insbesondere auch, wenn man berücksichtigt, dass der Duro vor etwa zwanzig Jahren beschafft worden ist. Die Beschaffungskosten lagen damals bei etwa 125 000 Franken. Rechnet man das auf den heutigen Geldwert um, dann entspricht das etwa 150 000 bis 160 000 Franken.

Da stellt sich zu Recht die Frage, ob nicht eine Neubeschaffung sinnvoller wäre. Aber die Crux ist, dass es kaum vergleichbare Fahrzeuge gibt. Wir haben eine ganz besondere Kombination von Anforderungen an dieses Fahrzeug: Es darf maximal 8,5 Tonnen schwer sein, damit Soldaten mit dem normalen PW-Führerschein eingesetzt werden können; es soll ein Lieferwagen für den Transport von sechs Euro-Paletten sein; es soll als Mannschaftstransporter eingesetzt werden können; es darf maximal 2 Meter breit sein; es soll voll geländetauglich, entsprechend robust und auch wattauglich sein. Der Duro ist hier einzigartig; er ist massgeschneidert auf dieses Pflichtenheft. Die Beschaffung eines neuen Fahrzeuges muss umfassend ausgeschrieben und vollumfänglich begleitet und evaluiert werden. Dieser Prozess ist aufwendig, braucht Zeit und ist teuer.

In der SiK hat Herr Sonderegger ausgeführt, dass sechzehn Firmen im Zusammenhang mit diesem Projekt angefragt worden sind. Lediglich sechs haben geantwortet. Vier haben Vorschläge basierend auf Zivilfahrzeugen unterbreitet. Diese Vorschläge sind als nicht tauglich eingestuft worden. Einer der Anbieter hat vorgeschlagen, eine Neukonstruktion ins Auge zu fassen. Die Kosten für diese Neukonstruktion wären aber etwa auf der Höhe der jetzt beantragten Inwertsetzung des Duro.

Der Nebeneffekt, dass der Umbau in der Schweiz beschäftigungswirksam wird, ist schon verschiedentlich angesprochen worden.

Auch das Argument, der Euro-3-Motor sei zu teuer und entspreche nicht dem heutigen Umweltschutzstandard, kann ich nicht gelten lassen. Die ETH-Studie ist angesprochen worden. Man kann davon halten, was man will, aber es ist offenbar wissenschaftlich aufgezeigt worden, dass über alles betrachtet, für die CO2-Emissionen und für die gesamte Energiebilanz, die Variante Euro 3 umweltfreundlicher ist als die Variante Euro 6. Aus Umweltschutzgründen muss man also nicht auf Euro 6 wechseln. Zudem ist ein Euro-6-Motor nicht in derselben Art für Watfahrzeuge geeignet, die Katalysatoren würden bei jeder Watfahrt massiv beschädigt und müssten ganz anders platziert werden.

Die heutigen Motoren sind alt. Sie sind defektanfällig, und sie können nicht auf ASR umgerüstet werden.

Wir Grünliberalen haben grundsätzlich sehr viel Sympathie für die Idee, 100 Millionen Franken einzusparen. Wir akzeptieren aber, dass der Umbau des Duro ein Konzept ist, an welchem man nicht herumbasteln soll. Wir wollen kein Flickwerk. Und letztlich können kaum Einsparungen erzielt werden. Falls Luft in diesem Budgetbetrag sein sollte, werden die zuständigen Stellen das in den Vertragsverhandlungen feststellen und Abhilfe schaffen.

Wir Grünliberalen sind Teil der Minderheit II (Büchler Jakob) und werden diesen Minderheitsantrag unterstützen.