Bertschy Kathrin · Nationalrat · 2015-12-16
Bertschy Kathrin · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2015-12-16
Wortprotokoll
Es ist richtig, ich bin zum einen Vertreterin einer jungen Generation, welche die Altersvorsorge der heutigen Rentner und Rentnerinnen mitfinanziert, und zum andern bin ich auch Co-Präsidentin der Dachorganisation der Frauenorganisationen, und ich stelle fest - das ist korrekt -, dass die Frauen überdurchschnittlich viele AHV-Leistungen beziehen. Wenn wir aber die AHV-Leistung einfach undifferenziert mit der Giesskanne für alle erhöhen, stellen wir die Frauen eigentlich nicht besser. Es ist eine undifferenzierte Verbesserung bzw. Verschlechterung.
Es gibt bessere Lösungen, um die Frauen besserzustellen. Beispielsweise können wir im BVG mit der Abschaffung des Koordinationsabzuges die Versicherungslösung für die Frauen, die überdurchschnittlich häufig teilzeiterwerbstätig sind, deutlich verbessern. Das wird vom Bundesrat im Rahmen der Altersvorsorge 2020 vorgeschlagen. Es gibt andere Massnahmen, die man ergreifen könnte, zum Beispiel ein Splitting der BVG-Beiträge. Oder mit der Lohngleichheit erreichen wir, dass Frauen im Rentenalter nicht nur bessere AHV-Renten, sondern auch bessere BVG-Renten haben. Und schlussendlich hätten wir sonst die Ergänzungsleistungen. Über die kann man diskutieren, sie tragen bei den Frauen schlussendlich im Rentenalter häufig auch zum Einkommen bei. Es gibt verschiedene Massnahmen; die Besserstellung im Rahmen der AHV ist nicht die einzige Massnahme.