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Hausammann Markus · Nationalrat · 2016-03-09

Hausammann Markus · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-03-09

Wortprotokoll

Ich bin stolz, Thurgauer Bauer und Präsident unseres Kantonalverbandes zu sein. Unser mittelgrosser Familienbetrieb bildet die Lebensgrundlage unserer Familie, deren vier Kinder inzwischen bereits selber im Wirtschaftsleben Fuss gefasst haben. Er ist Ausbildungsplatz für eine Lernende oder einen Lernenden.

Auf unserem produzierenden Betrieb haben meine Frau und ich in unserer 24-jährigen Betriebsleitertätigkeit trotz vorsichtigem Investitionsverhalten schon viele Hunderttausend Franken investiert, die ausschliesslich dem lokalen und regionalen Gewerbe zugutegekommen sind. Zusammen mit rund 2500 Bauernfamilien sind wir ein Glied in der Wertschöpfungskette der Thurgauer Ernährungswirtschaft. Dazu gehören auch einige Hundert gewerbliche Betriebe der Lebensmittelverarbeitung mit 2 bis 50 Mitarbeitern, diverse Grossbetriebe der Lebensmittelindustrie mit mehr als 50 Mitarbeitern und rund 900 Gastgewerbebetriebe, die sich alle rühmen dürfen, Schweizer Rohstoffe zu verarbeiten, sofern sie dies denn auch wirklich wollen. Total zählt die Thurgauer Ernährungswirtschaft rund 20 000 Beschäftigte und erzielt eine Bruttowertschöpfung von mehr als 2 Milliarden Franken, insbesondere dank den Rohstoffen von uns Bauern.

Die Thurgauer Bauern betreiben eine fortschrittliche, nachhaltige und auf das Tierwohl ausgerichtete Produktion von Lebensmitteln. Wir sind überzeugt, damit auf die günstigste und effizienteste Art Landschaftspflege zu betreiben. Aber nicht nur das: Wir waren die Ersten, die zu einem flächendeckenden ökologischen Vernetzungskonzept und zur Ausscheidung von Gebieten mit Vorrang Landschaft Hand geboten haben. Wir waren auch die Ersten, die unter Einsatz neuer Technologien grossflächig ein Ressourceneffizienzprogramm zur Verminderung des Ammoniakausstosses umgesetzt haben. Diese Leistungen und viel mehr haben uns in den vergangenen Jahren zu einem verlässlichen Partner von Gewerbe, Industrie und Handel, aber auch, Frau Leutenegger Oberholzer, der Konsumentinnen und Konsumenten, der Gesellschaft gemacht. Sie werden sich also fragen, warum diese Erfolgsgeschichte jetzt einer neuen Verfassungsgrundlage bedarf.

Herr Beat Walti, Frau Fiala: Es geht tatsächlich lediglich darum, der nachhaltigen und sicheren einheimischen Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel wieder gleich lange Spiesse für die täglich anstehenden Interessenerwägungen in die Hände zu geben. Denn es werden unsere einleitend genannten Errungenschaften betreffend Vernetzung und im Landschaftsbereich entgegen den Ausführungen im kantonalen Richtplan leider zunehmend von übereifrigen Amtsleuten und idealistischen Gruppierungen dazu missbraucht, uns in der Produktion einzuschränken. Unsere im Thurgau angestossene und von der Bevölkerung begrüsste Bestrebung, die Ammoniakemissionen zu reduzieren, wurde auf Bundesebene postwendend mit einer Düngungseinschränkung belegt. Wir laufen aktuell auch Gefahr, dass unsere aufwendigen Errungenschaften in der Rapsölforschung vom Bundesrat in bilateralen Verträgen durch unbedachte Zugeständnisse für Palmölimporte unterlaufen werden.

Die Liste von unnötigen Knüppeln zwischen den Beinen unserer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft könnte auf allen Ebenen beliebig verlängert werden.

Ich bitte Sie darum, auch im Namen der Thurgauer Bauernfamilien, der Initiative zuzustimmen. [PAGE 272]