Graf Maya · Nationalrat · 2016-06-08
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2016-06-08
Wortprotokoll
Mit der vorliegenden Motion fordert die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur Ihres Rates den Bundesrat auf, die Ausarbeitung einer Zertifizierung für familienfreundliche Unternehmen in den Massnahmenkatalog der Fachkräfte-Initiative aufzunehmen.
Den Beschluss hat sie mit 10 zu 9 Stimmen gefällt. Damit hat die Kommission einer Petition der Jugendsession Folge gegeben, welche Unternehmen honorieren will, die familienunterstützende Massnahmen anbieten und so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern.
Die Petition der Jugendsession wurde in der WBK am 14. August 2015 beraten. Die WBK beschloss, das Anliegen mit einem Vorstoss anlässlich der WBK-Sitzung vom 5. November 2015 nochmals aufzunehmen.
Die vorliegende Motion ist das Resultat dieser Diskussion. Die Zertifizierung von familienfreundlichen Unternehmen wurde im Parlament bereits mehrfach diskutiert. Der Bundesrat liess 2002 durch ein externes Forschungsbüro in einem Bericht die Möglichkeiten einer Zertifizierung familienfreundlicher Unternehmen aufzeigen und prüfte 2006 zusätzlich die Möglichkeit eines Labels für gleichstellungsfreundliche Unternehmen. Er kam jedoch in beiden Berichten zum Schluss, dass dem Bund für eine Zertifizierung oder für ein Label nur eine subsidiäre Rolle zukommen soll und es bereits Zertifikate in diesem Bereich gibt.
Die Kommission stimmt der Ansicht des Bundesrates zu, dass er nicht selbst eine Zertifizierung für familienfreundliche Unternehmen vornehmen soll. Doch es scheint ihr, dass dieses für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtige Instrument als eine der Massnahmen in die Fachkräfte-Initiative aufgenommen werden soll, damit vor allem auch das Potenzial gutausgebildeter Frauen abgeholt werden kann. Selbstverständlich werden dabei betroffene Kreise und Erfahrungen einbezogen. Auch Labels, die es bereits gibt, sollen selbstverständlich mit einbezogen werden, und wie gesagt würde das Labeling delegiert.
Eine knappe Mehrheit der Kommission folgte dieser Argumentation und beantragt Ihnen, der Motion zuzustimmen. Die Minderheit der Kommission will dagegen keine Zertifizierung, die vom Staat her initiiert wird. Die Unternehmen hätten erstens ein eigenes Interesse daran, familienfreundlich zu sein, und zweitens solle ein Label auf privater Basis entstehen, wenn es nötig sei. [PAGE 939]
Die Kommission empfiehlt Ihnen mit 12 zu 9 Stimmen, die Motion anzunehmen.