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Eder Joachim · Ständerat · 2016-09-13

Eder Joachim · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion · 2016-09-13

Wortprotokoll

Gestatten Sie mir einige Bemerkungen zu Absatz 2: Wie Sie gesehen haben, befürwortet unsere Kommission den in der BFI-Botschaft vom Bundesrat beantragten zweckgebundenen Kredit von 100 Millionen Franken zugunsten eines Sonderprogramms, welches die Anzahl Masterstudienabschlüsse in Humanmedizin erhöht, und zwar, wie betont wurde, nachweislich und nachhaltig. Ich hoffe sehr, dass es nicht bei dieser Absicht bleibt.

Mehr Medizinstudienplätze sind notwendig, um die ärztliche Versorgung in der Schweiz längerfristig zu sichern. Ein Ärztemangel besteht bereits heute in zahlreichen Fachgebieten und Regionen. Zudem erreichen in den nächsten Jahren vor allem viele Ärztinnen und Ärzte mit Praxistätigkeit das Pensionsalter, und viele jüngere, vor allem Ärztinnen, möchten vermehrt Teilzeit arbeiten. Nur dank Ärzten mit ausländischem Diplom kann die Schweizer Bevölkerung nach wie vor auf eine gute medizinische Versorgung zählen. Aktuell hat jeder dritte in der Schweiz berufstätige Arzt ein ausländisches Diplom. Innert 12 Jahren hat sich deren Anteil praktisch verdoppelt. Die beabsichtigte Erhöhung der Anzahl Medizinstudienplätze stellt also auch einen wichtigen Schritt dar, um die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften zu verringern und den durch mangelnde Ausbildungsanstrengungen verschuldeten Ärztemangel zu mindern.

2015 haben 890 Studierende das Medizinstudium abgeschlossen. Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Zukunft sicherzustellen, sind gemäss Bundesrat 1300 Abschlüsse pro Jahr notwendig. Die hier vorgesehene Anschubfinanzierung von 100 Millionen Franken für den Ausbau von Medizinstudienplätzen ist deshalb sehr wichtig, nicht nur als Schwerpunkt in diesem Bundesbeschluss, sondern auch als Signal gegen aussen. Ab 2017 sollen jährlich 250 zusätzliche Medizinstudienplätze zur Verfügung stehen. Ich unterstütze diesen Artikel und die Anschubfinanzierung insbesondere deshalb, weil wir damit mehr Schweizerinnen und Schweizer für diese Ausbildung gewinnen können und so unabhängiger vom Ausland werden.

Wir haben es im Eintretensvotum von Kollege Luginbühl gehört: Die Summe ist verlockend, viele wollen davon profitieren. Die Universitäten Zürich und Bern möchten ihre Kapazitäten erhöhen; die ETH will einen eigenen Bachelorstudiengang; Freiburg, das Tessin, St. Gallen und Luzern sind im Begriff, ein Masterprogramm auf die Beine zu stellen. Wenn wir neu 100 Millionen Franken investieren, dürfen wir, so meine ich, auch Bedingungen an die Verantwortlichen stellen. Ich erwarte eine Koordination der neuen Lehrgänge. Ich erwarte eine enge Zusammenarbeit der Ausbildungsbeauftragten. Kooperationen sind zwingend nötig. Es können nicht alle alles machen, und regionalpolitische Image- und Reputationsüberlegungen haben in den Hintergrund zu treten.

Ich bin dem Bundespräsidenten dankbar, wenn er diesbezüglich die Weichen frühzeitig und vor allem richtig stellt. [PAGE 607]