preparatory:AB 206945
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2016-11-29
Wortprotokoll
In aller Kürze: So ganz einfach ist es eben nicht, das kam soeben zum Ausdruck. Ihnen, Herr Ständerat Eder, möchte ich meinen Dank aussprechen, nur schon dafür, dass Sie sich dem Thema widmen. Ich bin Emmentaler und lege viel Wert darauf, dass der Emmentaler Käse eine Zukunft hat. Ich habe mich in den letzten Jahren stark dafür engagiert, mit den einschlägigen Kreisen im Gespräch zu sein und strategische Diskussionen mit ihnen zu führen - solange ich sie führen muss, um mithelfen zu können, Massnahmen zu ergreifen oder eben nicht.
Wir haben mit der Allgemeinverbindlichkeit im Wesentlichen Zeit zur Verfügung gestellt. Dies war die Idee. Wieso wollten wir Zeit zur Verfügung stellen? Wir haben drei Qualitätskriterien vorgegeben, die erfüllt sein mussten bzw. müssen, damit man in den Märkten eine Chance bekommt, in ihnen Fuss fassen und sich wieder etablieren kann. Es handelt sich, wie Sie wissen, im Wesentlichen um einen Markt, nämlich Italien. Nachdem Emmentaler Switzerland die Strategie angesetzt hatte, kam der Franken, dann der Euro, dann kamen irgendwelche sonstigen Inkonvenienzen. Dann hatten sie noch den Mut, den Preis zu erhöhen - sie sagten, ein Qualitätsprodukt bedinge einen etwas angehobenen Preis und eine etwas höhere Marge. All dies kumuliert sich im Moment und trägt dazu bei, dass wir 30 Prozent weniger umgesetzt haben.
Es ist nicht meine Angelegenheit, sondern die Angelegenheit von Emmentaler Switzerland. Die Organisation muss sich überlegen, ob sie die Strategie korrigieren will oder nicht. Ich sage hier nur so viel: In der Vergangenheit gab es ab und zu ein Hüst und Hott; dies hat nicht immer zum Ziel geführt. Es ist schwierig, verdammt schwierig, und die Rahmenbedingungen sind problematisch. Um dies auch noch zu sagen: Ich hatte immer die Hoffnung, dass das Volumen vor allem in Richtung der Ostländer gesteigert werden könnte. Das geht wegen der Preise nicht. Die Kosten sind einfach derart unterschiedlich, dass wir uns im Export einiges einfallen lassen müssen. Wir haben heute Morgen darüber gesprochen: Weniger Administration und weniger Kosten würden sich auch hier entsprechend positiv auf die Konkurrenzfähigkeit auswirken.
Die nächste Runde wird sorgfältig geprüft, entsprechend wird entschieden. Ich warte darauf, dass der Antrag bei mir eintrifft; angekündigt ist er. Dann werden wir Emmentaler Switzerland die Antworten geben können.