Munz Martina · Nationalrat · 2016-12-06
Munz Martina · Nationalrat · Schaffhausen · Sozialdemokratische Fraktion · 2016-12-06
Wortprotokoll
Nachdem Kollege Aebischer überzeugend dargelegt hat, warum es ein Moratorium braucht, werde ich noch deutlicher darauf eingehen, warum das Moratorium kein Ablaufdatum braucht.
Bis heute gibt es, wie gesagt, keine nutzbringende Gentech-Pflanze für den Schweizer Anbau, und der Weg von der Züchtung bis zur Sortenzulassung ist enorm lang. Ob Getreide oder Gemüse - es dauert acht bis fünfzehn Jahre, und bei einer gentechnisch veränderten Sorte braucht es zusätzliche Risikoabklärungen zur Biosicherheit; das dauert also im Minimum fünfzehn Jahre. Wenn wir heute das Moratorium nur um vier Jahre verlängern, stehen wir in vier Jahren am gleichen Punkt. Das Gentech-Moratorium hat sich aber die Schweizer Bevölkerung im Jahr 2005 an der Urne erkämpft. Seither wurde es bereits zweimal verlängert. Nun steht eine dritte Verlängerung zur Diskussion - und wir debattieren. In vier Jahren haben wir mit Sicherheit noch keine nutzbringende Gentech-Pflanze mit Sortenzulassung. Wir müssten dann das Moratorium ein viertes, ein fünftes, ein sechstes Mal verlängern. Das macht doch keinen Sinn. Deshalb braucht es das unbefristete Moratorium.
Bei den AKW sind wir ganz ähnlich vorgegangen. Wir haben hier drin ein Neubauverbot beschlossen. Gäbe es je eine Technologie, die uns überzeugen könnte, wäre das Gesetz rasch geändert. Machen wir es bei der Gentechnologie gleich. Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen keine Gentech-Produkte auf ihren Tellern - heute nicht und in vier Jahren nicht. Die Landwirtschaft will deshalb auch keine Gentech-Produkte auf ihren Feldern. Das unbefristete Moratorium erspart uns viel parlamentarischen Leerlauf. Wir sind die Legislative, wir können bei Bedarf den Zeitpunkt für eine Gesetzesänderung vorgeben.
Ich bitte Sie, unterstützen Sie mit dem unbefristeten Moratorium den pragmatischen Weg für eine gentechfreie Landwirtschaft ohne Ablaufdatum.