Leuthard Doris · Bundesrat · 2016-12-15
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2016-12-15
Wortprotokoll
Es tut mir natürlich weh, wenn ich Herrn Ständerat Damian Müller nicht glücklich sehe. Aber ich kann eigentlich so viel wie Sie tun, nämlich den Touch-Fahrplan der SBB konsultieren, ich kann die SBB-Oberen zu mir bestellen. Aber für den Fahrplan bin ich nicht zuständig. Ich habe gerade nachgeschaut: Wenn Sie jetzt noch ins Tessin wollen, haben Sie von Luzern nach Bellinzona eine Verbindung um 11.39 Uhr. Bis heute Abend können Sie noch 16-mal von Luzern ins Tessin fahren. In der Regel brauchen Sie für die Strecke Luzern-Bellinzona eine Stunde und 30 Minuten. Das ist schon eine Katastrophe, nur 16 Verbindungen! (Heiterkeit) Ich stimme Ihnen zu: Was ekelhaft ist, ist, dass es am Morgen erst um 10.18 Uhr einen Zug hat. Diese Klage kann ich verstehen, weil die Luzerner früh aufstehen, und Sie wollen sicher mit Kollege Abate dann in Locarno eine Pizza essen gehen. Insofern ist das sicher ein bisschen spät.
Aber wir klagen schon auf hohem Niveau. Ich kenne die Situation. Sie müssen ein paarmal mehr umsteigen. Aber also sorry, in Arth-Goldau steigen Sie aus dem Zug aus, Sie laufen etwa zehn Meter über das Perron und steigen dann wieder ein. Oh! (Heiterkeit) Das ist also auch nicht eine wahnsinnige Zumutung, finde ich. Ja, man muss aussteigen und wieder einsteigen. Aber eben, wir haben eine Versorgung, die gut ist. Man kann sie weiter optimieren. Aber wir sind schon auch sehr verwöhnt. Ich glaube, in Luzern, da haben Sie Recht, muss es am Morgen besser werden, das kritisieren Sie absolut zu Recht. Wir müssen das dann vor allem mit dem neuen Ausbauschritt anschauen, da sind wir völlig einverstanden. Der Zimmerberg-Basistunnel müsste eigentlich jetzt kommen, das würde Ihnen bessere Verbindungen geben.
Wir sagen auch schon länger, auch mit den Kantonen, dass man bei der Festlegung des Fern- und Regionalverkehrsnetzes vermehrt auch die touristischen Aspekte einschliessen muss. Da bin ich völlig gleicher Meinung. Aber auch das [PAGE 1243] können wir erstens nur mit den Kantonen und zweitens mit einer Anpassung auch des Fernverkehrsnetzes und mit guten Anbindungen hinkriegen.
Wir sind deshalb im nächsten Jahr an der Feinvorbereitung für den nächsten Ausbauschritt 2030-2035, und dort wird es für Luzern weitere Verbesserungen geben. Jetzt müssen Sie ab und zu diese zehn Meter das Perron überqueren. Dafür haben Sie eine um dreissig Minuten kürzere Reisezeit ins Tessin, so oder so. Das sind "good news".
Ich helfe Ihnen: Sie können gerne mal mit Herrn Meyer sprechen. Wir bestellen ihn zusammen hierher und sagen ihm: "Sie müssen schauen, 10.18 Uhr ist für die Luzerner zu spät. Bis jetzt hatten sie nämlich um 6.18 Uhr einen Zug." Wenn wir uns da finden können, sollen die SBB das für die Zentralschweiz verbessern. Das ist eine meines Erachtens mögliche und absolut berechtigte Klage. Dann hoffe ich, dass ich Sie im nächsten Jahr glücklich sehe und die Zentralschweizer auch. Niemand will Sie abhängen, im Gegenteil. Die nächsten Ausbauschritte werden nochmals Verbesserungen bringen.