Wicki Hans · Ständerat · 2017-03-01
Wicki Hans · Ständerat · Nidwalden · FDP-Liberale Fraktion · 2017-03-01
Wortprotokoll
Ich frage mich einfach, worauf wir hier warten mit diesem Gesetz. Die Informationen zu den Risiken, die wir gesucht haben - Sie haben es von der Kommissionssprecherin, aber auch von Kollege Noser gehört -, sind eigentlich vorhanden. Wir wissen eigentlich, was wir wissen wollten, und die offene Frage, ob die GVO das Richtige sind oder nicht, ist eine Glaubensfrage. Das wissen wir doch erst, wenn an gewissen Orten auch entsprechend angebaut wird. Deshalb gratuliere ich auch dem Bundesrat für den guten Kompromiss, der eine Koexistenz zulässt, auf klar definiertem Gebiet, mit klar definierten Abständen zu anderen Gebieten.
Zudem frage ich mich, ob ein entsprechendes Verbot, wie es gewünscht wird, überhaupt noch durchsetzbar ist. Ich bin gar nicht sicher, ob wir wirklich wissen, was wir machen. Kollege Noser hat es gesagt: Wir wissen nicht einmal, ob das, was wir kaufen, gentechnisch verändert ist oder nicht. Wenn wir nicht wissen, was wir machen, können wir dann eine solche Vorreiterrolle übernehmen? Da frage ich mich schon, was wir jetzt hier beschliessen.
Wir leben doch in einem neuen Zeitalter. Das habe ich mindestens auch schon zweimal gehört: Ungefähr in fünfzehn bis zwanzig Jahren sollen wir unser Essen aus einem 3D-Drucker erhalten. Aus einem 3D-Drucker! Da muss ich Ihnen einfach sagen, ich glaube, dass wir unseren Bürgern immer [PAGE 67] noch etwas vorgaukeln, wenn wir so tun, als sollte es keine gentechnisch veränderte Ware in der Schweiz geben. Dabei wünscht sich jeder Schweizer, dass sein Steak genau so aussieht, wie er es sich wünscht, genau so gross ist, wie er es sich wünscht, ganz abgesehen von den importierten Früchten, die auch nur eine gewisse Krümmung oder eine gewisse Farbe haben dürfen. Wir glauben immer noch, im Ausland wachse das genau so, wie wir es uns wünschen, und es sei alles natürlich.
Vor diesem Hintergrund muss ich mir natürlich sagen - das erscheint mir einfach wichtig -, dass wir jetzt konsequent handeln müssen. Wir sollten uns entscheiden, konsequent zu handeln. Die Abklärungen zu dieser Frage sind seit Jahren bekannt und liegen auch offen vor. Meines Erachtens gibt es hier keinen Grund mehr, jetzt irgendetwas zu verhindern. Ich wäre froh und würde Sie bitten, bezüglich der Koexistenz der Minderheit zu folgen.
Wenn man aber schon der Mehrheit folgt, dann - das muss ich Ihnen einfach sagen - bitte ich Sie, auf acht Jahre zu gehen. Was wollen Sie das Parlament bemühen, in vier Jahren bereits wieder über die gleiche Frage zu diskutieren und wieder eine Verlängerung zu machen, wenn wir immer noch nicht mehr wissen, was wir wollen? Dann lieber das Ganze erst in acht Jahren wieder auf den Tisch bringen. [GZ]
Deshalb bitte ich Sie, bei der zweiten Frage der Minderheit - acht Jahre - zu folgen.