Landolt Martin · Nationalrat · 2017-03-07
Landolt Martin · Nationalrat · Glarus · Fraktion BD · 2017-03-07
Wortprotokoll
Unsere Motion möchte die Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg der Frauen nach der Familienphase verbessern. Die Familienphase kann unterschiedlich lange dauern. Unter Umständen arbeitet man während Jahren gar nicht, oder man arbeitet nur Teilzeit. Es geht darum, dass diese Frauen - es sind leider nach wie vor vor allem Frauen, die während der Familienphase auf die Berufstätigkeit verzichten - gleich lange Spiesse bekommen. Wenn man ein paar Jahre nicht gearbeitet hat, bis die Kinder zur Schule gehen, ist es schwierig, wieder ins Berufsleben zurückzukommen, weil man nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Dinge ist.
Die Einarbeitungszeit dauert dann eben länger als vielleicht bei jüngeren Frauen und Männern, die direkt aus der Ausbildung kommen. Das verschlechtert die Einstiegschancen dieser Frauen oder zwingt sie dazu, bei den Löhnen entsprechende Kompromisse einzugehen, was wiederum ein anderes Problem generiert.
Wir schlagen eine Lösung mit einem sogenannten Einarbeitungszuschuss vor, der in anderen Bereichen bereits bekannt ist. Es wäre eine Möglichkeit, dem Arbeitgeber etwas zu geben, damit er diese längere Wiedereinarbeitungszeit in Kauf nimmt, damit es eine Kompensation gibt. So hätten Frauen, die nach der Familienphase zurück in die Berufswelt gehen möchten, gleich lange Spiesse.
Es ist gemeinhin bekannt, und man kann es täglich lesen, dass wir einen Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel haben, dass wir deswegen auch eine grosse Zuwanderung haben, die nur noch bedingt vom Volk akzeptiert wird. Wir hören von der Fachkräfte-Initiative, wir wollen alle die Frauen irgendwie zurück in der Berufswelt haben. Wenn dann aber jemand einen konkreten Vorschlag macht, wie wir das getan haben, kommen leider seitens des Bundesrates hundert Gründe, die dagegen sprechen.
Alle sehen ein Problem, alle teilen die Analyse. Wenn es dann um Lösungen geht, sieht man vor allem Gründe, die dagegen sprechen. Selbst wenn ein Lösungsansatz wie der unsrige vielleicht nicht zu hundert Prozent perfekt sein mag, so wäre es doch schön, seitens des Bundesrates auch einmal zu hören, dass er Gründe sucht, warum etwas möglich ist, und dass er nicht nur Gründe anführt, die dagegen sprechen.
Wir werden das Problem nie in den Griff bekommen, wenn wir nicht in kleinen Schritten Taten folgen lassen. Nur mit runden Tischen, nur mit grossen Paketen und Fachkräfte-Initiativen werden wir keine Fortschritte erzielen. Es braucht Taten. Taten sind dann möglich, wenn alle am gleichen Strick ziehen und gemeinsam Gründe suchen, warum etwas möglich ist, und nicht Gründe suchen, warum etwas nicht möglich ist.
Ich danke Ihnen, wenn Sie unseren Vorstoss unterstützen und hier den Druck aufrechterhalten.