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Büchler Jakob · Nationalrat · 2017-03-15

Büchler Jakob · Nationalrat · St. Gallen · CVP-Fraktion · 2017-03-15

Wortprotokoll

Die GPK-NR hat sich schon vor einiger Zeit mit dem Ärztemangel in der Armee auseinandergesetzt. Sie wurde an einem Dienststellenbesuch bei einem Rekrutierungszentrum im Februar 2015 in Windisch auf diese Situation aufmerksam gemacht. In einer Stellungnahme des VBS wurde darauf hingewiesen, dass der Ärztemangel sowohl in den Rekrutierungszentren als auch in der Armee allgemein besteht.

Bei den Aushebungen in den Rekrutierungszentren zeigt sich immer wieder, dass die medizinische Beurteilung alle anderen Kriterien dafür, ob ein junger Schweizer oder eine junge Schweizerin Militärdienst leistet oder nicht, überschattet. Das führt dazu, dass sportlich und körperlich gute Kandidaten wegen einer Kleinigkeit im medizinischen Bereich nicht in die Armee aufgenommen werden. Diese medizinischen Entscheidungen sind mit ein Grund, warum unsere Rekrutierungsquoten so tief sind. Mit diesem Problem wird sich neben der GPK-NR auch die Sicherheitspolitische Kommission noch befassen müssen, um unsere Armeebestände zu sichern.

Das VBS hatte am 15. September 2016 darauf hingewiesen, dass verschiedene Massnahmen eingeleitet worden seien, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. Dazu wurde der Oberfeldarzt zu einer Anhörung in die GPK-Subkommission EDA/VBS eingeladen.

Ein wesentlicher Grund für die massive Zunahme der Patienten in der medizinischen Grundversorgung ist vor allem, dass junge Patienten ihre Krankenkassenfranchise vollständig ausnützen; das heisst, sie bezahlen möglichst wenig für die Krankenkasse, gehen aber nicht zum Arzt, auch wenn sie sollten. Sie gehen ins Militär, simulieren zu Beginn der Rekrutenschule oder des Wiederholungskurses und kommen dann mit massiven medizinischen Problemen in die Armee und zum Truppenarzt. Diese Personen müssen entsprechend betreut werden und gehen dann weiter in zivile Behandlung - zulasten der Militärversicherung. Dieser Kostenanstieg ist auch bei der Militärversicherung bereits seit Jahren erkannt.

Eine direkte Anschreibung von Universitätsabgängern durch die Sanität ist aus Datenschutzgründen leider nicht möglich; die Armee sucht ja eben junge Ärzte. Laut Auskunft des Oberfeldarztes werden die entsprechenden Notfälle, mit einer Zeitverschiebung, selbstverständlich durch Militärärzte betreut. Das bedeutet unter Umständen eine Fahrt von 50 bis 70 Kilometern. Wenn die Militärärzte weit verteilt sind, dann müssen die entsprechenden Leute der Truppe dorthin gefahren werden.

Grundsätzlich stellen wir fest, dass der Ärztemangel in der Armee ein Abbild der Situation im zivilen Gesundheitsbereich darstellt. Seit Jahren werden zu wenig Schweizer Ärzte ausgebildet. Die Überalterung der Ärzte in freier Praxis nimmt zu, in der Peripherie finden sich keine Nachfolger. Die Belastung der verbleibenden Ärzte wird damit erhöht.

Die Subkommission wurde auf die prekäre Lage des militärischen Ärztemangels aufmerksam gemacht, und sie wird sich mit diesem Thema weiter befassen.