Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2017-03-16
Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2017-03-16
Wortprotokoll
Bei dieser Motion geht es eigentlich fast um ein doppeltes Geschäft. Wir haben hier die 15 Millionen Franken des Bundes vor uns, die der Bund für die Gesamtschau Leistungssport zusätzlich ausgeben könnte. Diese 15 Millionen Franken stehen aber nicht alleine da, sondern sie stehen in einem engen Zusammenhang - um nicht zu sagen: in einem direkten Zusammenhang - mit dem Engagement der Kantone. Warum? Die Kantone haben entschieden, dass sie für die Sportförderung im Bereich Leistungssport pro Jahr 15 Millionen Franken mehr ausgeben wollen, wenn auch der Bund 15 Millionen Franken zusätzlich einschiesst. Das ist im Grunde genommen die Physiognomie dieses Vorstosses der WBK-NR.
Damit jetzt der Bund aber handlungsfähig bleibt, ist die Motion notwendig, weil der Bund diese 15 Millionen Franken selber nicht eingestellt hat. Es würde bedeuten, dass auch die Kantone ihre 15 Millionen Franken nicht zur Verfügung stellen würden, wenn jetzt hier der Bund nicht nachzöge. Aus diesen Gründen bittet Sie die Kommission, dem Vorstoss so zuzustimmen. Es gibt auch einen Schwestervorstoss zu dieser Motion, der in der WBK des Ständerates und im Ständerat, mit 41 zu 1 Stimmen, schon durchgekommen ist. Das zeigt Ihnen, wie breit und umfassend dieses Anliegen hier unterstützt wird.
Ich möchte noch kurz ein Wort dazu verlieren, wie die Beteiligungsverhältnisse bei der Finanzierung des Spitzensports in etwa sind. Der Bund hat einen Anteil von rund 24,4 Prozent an der Finanzierung des Spitzensports. Wenn jetzt aber diese 15 Millionen Franken nicht eingestellt würden, wären es noch 18,4 Prozent. Das ginge dann nicht auf Kosten von Roger Federer z. B., sondern auf Kosten der Nachwuchs-Leistungssportlerinnen und -Leistungssportler. Wenn wir nämlich sehen, wofür das Geld ausgegeben werden soll, sehen wir, dass es oftmals und sehr häufig [PAGE 514] Nachwuchstrainer, Nationaltrainer und Betriebskosten sind; wir sehen z. B. auch, dass es Nachwuchsförderungsprogramme von Swiss Olympic betrifft. Das heisst also, dass wir die Sportlerinnen und Sportler, die uns in der Zukunft hoffentlich viel Freude bereiten, hier unterstützen möchten. Das ist das Ziel dieses Vorstosses. Dieser Vorstoss ist deshalb in enger Zusammenarbeit von Baspo und Sportverbänden, Bund, Kantonen, Lotterien, alle zusammengenommen, entstanden.
Genau diese Breite zeigt auch auf, wie der Spitzen- und Leistungssport in der Schweiz heute aufgestellt ist. Der Spitzen- und Leistungssport ist in der Schweiz heute so aufgestellt, dass zum Beispiel der Durchschnittslohn eines Spitzensportlers bei etwa 23 000 Franken pro Jahr liegt. Sie sehen, da spricht man nicht nur von jenen Sportlerinnen und Sportlern, von denen man immer in der Zeitung liest, sondern auch von jenen, die deutlich weniger Einkommen haben. Man spricht da auch von den Verbänden, die sich die Trainerausbildungen respektive professionelle Trainer gar nicht leisten können. Hier geht es also um einen Ausgleich und um ein Investment für den zukünftigen Leistungssport.
Ich möchte bei der Berichterstattung mit der Bitte an Sie schliessen, diesem "doppelten" Vorstoss zuzustimmen: Die 15 Millionen Franken vom Bund bedeuten direkt auch 15 Millionen Franken von den Kantonen. Wie Sie dem Motionstext entnehmen können, wäre der Vorstoss mit dem Voranschlag 2018 zum ersten Mal wirksam. Für die Finanzpolitikerinnen und Finanzpolitiker unter Ihnen ist das eine wesentliche Grösse. Wir können da bereits für die Zukunft legiferieren. Wir können so schon einen ersten Punkt integrieren.
Ich bitte Sie im Namen der Mehrheit der Kommission, diese Motion anzunehmen, und mache Sie auch darauf aufmerksam, dass eine Minderheit der Kommissionsmitglieder diesen Vorstoss ablehnt. Die Kommission hat den Vorstoss am 17. Februar 2017 mit 15 zu 5 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen.