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Müller Leo · Nationalrat · 2017-05-03

Müller Leo · Nationalrat · Luzern · CVP-Fraktion · 2017-05-03

Wortprotokoll

Mit meiner Motion 16.3171 will ich ein Effizienzsteigerungsprogramm anstossen, und zwar unabhängig davon, ob am 21. Mai dieses Jahres die Energiestrategie 2050 angenommen wird oder nicht. Ich will Artikel 19 des Energiegesetzes anpassen, der sich vor allem mit der Effizienz im Gebäudebereich befasst. Formell müsste dies natürlich noch angepasst werden, denn es war noch Artikel 19, als ich diesen Vorstoss eingereicht habe; jetzt hat die Systematik leicht geändert.

Vorab erlaube ich mir eine Kernfrage: Warum organisieren wir Energie, obwohl wir dann 80 Prozent davon verlieren? Warum produzieren wir so viel Energie, transportieren diese und lassen einen Grossteil davon wieder in die Luft abfliessen? Das ist doch ineffizient. Sie wissen, dass im Gebäudebereich die Energieverluste nach wie vor etwa 80 Prozent betragen.

Mit meinem Vorstoss will ich nun zwei Fliegen auf einen Streich schlagen: Erstens will ich diese Verluste vermindern, stark reduzieren; zweitens will ich, dass effizient erneuerbare Energien produziert werden können. Das ist das Ziel dieses Vorstosses.

Deshalb sollen prioritär Anlagen unterstützt werden, mit denen sich auch Einsparungen bei den Energieverlusten im Gebäudebereich erzielen lassen. Konkret sollen vor allem Anlagen in Gebäuden gefördert werden, mit denen sich gleichzeitig die Gebäudehülle wärmetechnisch sanieren lässt. Überlegen Sie sich nochmals: Energieverluste bei Gebäuden betragen rund 80 Prozent. Wenn man das auf die heutige Produktion der fünf Atomkraftwerke in der Schweiz umlegt, dann stellt man Folgendes fest: Die Energieverluste im Gebäudebereich sind rund viermal höher als die Jahresproduktion aller fünf AKW in der Schweiz. Hier müsste man doch Gegensteuer geben. Deshalb sind wie gesagt solche Anlagen prioritär zu fördern, zu unterstützen. Sie sind sehr effizient: Einerseits minimieren sie die Verluste, und andererseits wird effizient Energie produziert.

Mit meinem Vorstoss will ich zudem Folgendes anstossen: Ich will bewirken, dass grössere Anlagen prioritär gefördert und unterstützt werden. Ich denke da vor allem an Anlagen auf oder an Gewerbebauten, an Mehrfamilienhäusern, an oder auf Landwirtschaftsgebäuden. Dort könnten ganzflächige Anlagen gebaut werden, die auch dach- und fassadenintegriert sind, was auch architektonisch eine Augenweide wäre. Es sind grössere Anlagen, die effizient produzieren können, weil sie grossflächig sind. Deshalb ist die Grenze für Einmalabgeltungen gegenüber der heutigen Regelung zu erhöhen.

Alle haben doch ein Interesse daran, die Verluste zu reduzieren und effizient Energie zu produzieren. Deshalb bitte ich Sie, meine Motion zu unterstützen.