Quadranti Rosmarie · Nationalrat · 2017-05-04
Quadranti Rosmarie · Nationalrat · Zürich · Fraktion BD · 2017-05-04
Wortprotokoll
Wir haben eigentlich in dieser Sondersession, wenn ich es jetzt auch aus der Optik der BDP sagen kann, vor allem über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Ich empfand das zumindest als ein zentrales Thema, und wir haben am Dienstag auch einen wichtigen Entscheid gefällt, der sich doch - man muss es zugeben - etwas an diese parlamentarischen Initiative anlehnt, nämlich die Finanzhilfen zu erweitern und Projekte zu unterstützen, die auch im Sinne dieser parlamentarische Initiative sind.
Weshalb unterstützt die BDP jetzt Tagesschulen? Das läuft immer noch unter dem Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", und wir erachten es als sinnvolle Weiterentwicklung der schulergänzenden Betreuung, weil es Unterschiede gibt: Tagesschulen können nicht mit schulergänzender Betreuung gleichgesetzt werden; man könnte sie als ein Modell der schulergänzenden Betreuung bezeichnen. Aber die Tagesschule ist eigentlich vor allem die Weiterentwicklung des Deutschschweizer Schulwesens, die besser, als dies heute möglich ist, Ruhe in den Schulalltag, aber auch Ruhe in den Elternalltag zu bringen vermag.
Tagesschulmodelle und schulergänzende Modelle haben wie die meisten Betreuungsmodelle einen Riesennachteil: Sie bieten kaum sinnvolle Ferienlösungen an. Es gibt gute Modelle, das muss man auch sagen, aber es gibt sie noch zu wenig. Weil das so ist und weil man bei der Anstossfinanzierung zur Schaffung von Krippen-, Tagesfamilien- und schulergänzenden Plätzen klar erkannt hat, wie erfolgreich und nachhaltig diese Modelle sind, ist die Idee aufgekommen, diesen Effort auch noch für Tagesschulen weiterzuentwickeln. Am Dienstag wurde einiges in diesem Sinn beschlossen, und das heisst, dass unsere Initiative wahrscheinlich auch etwas dazu beigetragen hat, dass dieses Thema wieder diskutiert und ernster genommen wird.
Weshalb bleiben wir bei dieser Initiative? Man könnte sagen, das Ziel ist eigentlich erreicht. Ja, ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Frage ist nur, wie viel Effort der Bund zu leisten vermag. Hier ist das Spezielle, dass der Fokus auf den Tagesschulen liegt. Bei dieser Betreuungsform werden die Kinder dort betreut, wo sie die meiste Zeit verbringen. In dieser Zeit sind auch die Herausforderungen für die Familien am grössten.
Aus diesem Grund bitte ich Sie, der parlamentarischen Initiative Folge zu geben und den Effort im Schweizer Schulwesen weiter zu unterstützen.