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Hefti Thomas · Ständerat · 2017-05-31

Hefti Thomas · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2017-05-31

Wortprotokoll

Ich stehe der Motion Engler mit grosser Sympathie gegenüber. "Einheit in der Vielfalt" ist eine alte, aber weise Maxime unseres Bundesstaates. Aber diese Vielfalt bewegt sich in sprachlicher Hinsicht immer mehr in Richtung Deutsch/Englisch oder gar Englisch/Deutsch. Für den längerfristigen Zusammenhalt der Eidgenossenschaft scheint mir das nun etwa so beängstigend zu sein wie die Klimaveränderung für die Umwelt. Die Mehrsprachigkeit im Bund ist ernst zu nehmen. Dabei ist es gut, wenn in Reden in einigen Sätzen andere Landessprachen eingestreut werden. Aber das genügt nicht.

Es braucht den festen Willen, die sich im Alltag bietenden Gelegenheiten zum Verwenden der verschiedenen Landessprachen zu nützen. Daran scheint es, bewusst oder unbewusst, allenfalls auch aus Bequemlichkeit, immer mehr zu fehlen. Es darf doch zum Beispiel nicht sein, dass es in der Schweiz dazu kommt, dass Gesuche in Englisch eingereicht werden müssen. Es liegt dazu ein Vorstoss von Kollege Eder vor. Ebenfalls muss es in Arbeitsgruppen, die von Bundesämtern eingesetzt werden, möglich sein, dass der Austausch in einer Landessprache stattfindet. Schliesslich eine Lanze für die Sprache Dantes: Sie wird bei uns zu oft geringgeschätzt, so etwa, wenn Verhandlungen mit Italien über ein Doppelbesteuerungsabkommen auf Englisch geführt werden. Auch das ist nicht einmal klug.

Daher hat die Motion für mich sehr wohl Berechtigung. Ich werde deshalb nicht dagegen stimmen, sondern mich der Stimme enthalten, weil mich ein Teil, der Einbezug von anderen Sprachen als den Landessprachen, nicht überzeugt. Ich bin der Auffassung, dass wir damit den Landessprachen keinen Dienst tun. Im Gegenteil: Sie laufen Gefahr, dadurch an Gewicht zu verlieren. Das scheint mir übrigens auch nicht im Sinn der Integrationsbestrebungen zu sein.

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