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Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-06-06

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-06-06

Wortprotokoll

Dass Alpen nicht mehr bestossen werden, ist ein Trend, der in der Schweiz schon lange vor der Rückkehr der Wölfe und den durch sie verursachten Nutztierrissen eingesetzt hat. Dieser Trend hat verschiedene Ursachen und dürfte vor allem im Verhältnis zwischen dem grossen Arbeitsaufwand und den Ertragsmöglichkeiten zu finden sein. Es kommt auch nicht überall zu Rissen. In den letzten Jahren wurden jährlich durchschnittlich 220 Nutztiere von Grossraubtieren gerissen. Andere Todesursachen sind weit häufiger: Jährlich kommen 4000 bis 6000 Schafe durch Krankheiten, Abstürze oder schlechte Witterung auf den Sömmerungsalpen zu Tode. 90 Prozent der Nutztierrisse durch Wölfe sind auf Situationen ohne genügenden Herdenschutz zurückzuführen.

Deshalb setzt der Bundesrat auf die Umsetzung seines Herdenschutzprogramms, das der Bund pro Jahr mit rund 3 Millionen Franken unterstützt. Zudem hat der Bundesrat den Kantonen die Kompetenz erteilt, einzelne Wölfe, die trotz ergriffenen Herdenschutzmassnahmen zu viele Risse verursachen, zu erlegen. So ist der Wolf M75 mittlerweile in vier Kantonen zum Abschuss freigegeben. Schliesslich wird der Bundesrat dem Parlament im Herbst 2017 die Botschaft zur Revision des Eidgenössischen Jagdgesetzes zur Beratung übergeben.