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Amstutz Adrian · Nationalrat · 2017-06-07

Amstutz Adrian · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-06-07

Wortprotokoll

Ziel der Motion ist, Unternehmen und Bürger und Bürgerinnen vom Statistikaufwand zu befreien oder zumindest zu entlasten. Ziel der Motion ist natürlich auch, das Budget für das Bundesamt für Statistik zu reduzieren, und zwar in etwa zu halbieren.

2004 hatten wir 93 Millionen Franken Ausgaben in diesem Bereich; 2017 sind es im Budget bereits 181 Millionen Franken. Wenn man das in Relation zu den Staatsausgaben stellt, die ebenfalls zu stark steigen, dann sieht man, dass wir da eine Verdoppelung haben. Es ist unglaublich: 700 Mitarbeitende machen Statistik. Heute haben wir eine Statistikumfrageplage im Gewerbe, in der Industrie und zum Teil auch bei den Bürgerinnen und Bürgern. Es gibt Doppelspurigkeiten, zum Beispiel im Bereich der Zuwanderung, des Asyls; das Staatssekretariat für Migration macht Statistiken, das Bundesamt für Statistik macht Statistiken, und die stimmen dann nicht einmal überein. Es ist also eine unglaubliche Geschichte. Zu welchem Resultat führt das dann? Wir haben immer umfangreichere, immer kompliziertere Befragungen. Wenn überhaupt, werden sie Handgelenk mal Pi oder bewusst falsch ausgefüllt, und das Resultat ist dann, dass aufgrund falscher Angaben scheinwissenschaftliche Statistiken erstellt werden, auf deren falscher Basis wir in diesem Parlament und auch die Verwaltung falsche Entscheide fällen. Es ist also insgesamt etwa viermal falsch hintereinander.

Ich gebe Ihnen zwei Beispiele. Zum Beispiel die Güterverkehrsstatistik: Ein Lastwagenfahrer, der Stückgut verteilt, sollte genau aufschreiben, wie weit er wie viele Tonnen transportiert hat. Er hat vielleicht zehn Abladestellen pro Tag. Das bräuchte, wenn man das richtig machen wollte, nicht nur eine als Beilage mitgelieferte Gebrauchsanleitung, wie diese komplizierte Datenerfassung für die Statistik zu machen ist, sondern es bräuchte auch einen Sekretär auf dem Beifahrersitz, der genau notieren würde, was während einer Woche wo, wie und warum transportiert wurde. Das ist absolut untauglich. Hier werden Daten erfunden, und es wird dann vorgegaukelt, es seien genaue Statistiken.

Ich nenne Ihnen auch noch die überflüssigste aller überflüssigen Statistiken in diesem Land, nämlich die Vornamensstatistik, aufgeteilt auf Sprachregionen und Kantone. Da findet man dann heraus, dass im Jahre X im rätoromanischen Teil [PAGE 956] des Bündnerlandes Gian der beliebteste Vorname war. Wenn die "Glückspost" eine solche Statistik macht, habe ich dafür noch Verständnis. Wenn wir aber für solchen Unsinn Steuergelder verbraten, dann habe ich dafür kein Verständnis.