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Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-06-13

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-06-13

Wortprotokoll

Nationalrat Glättli greift ein Thema auf, das - Sie haben es gesagt - vor allem international überall breit diskutiert wird, weil die Ozeane tatsächlich von Mikro- und Makroplastik in ungleich grösserem Ausmass betroffen sind als unsere Schweizer Oberflächengewässer. Dort sind wir auch sehr engagiert in der Frage, wie man diesem Problem begegnen kann. Wir engagieren uns nicht nur wissenschaftlich, sondern auch in diversen Projekten und Diskussionsforen.

Bei Mikroplastik reden wir von Plastikpartikeln, die kleiner als fünf Millimeter sind. Alle Untersuchungen haben ergeben, dass da eigentlich ein kleineres Problem liegt, verglichen mit allen anderen Formen von Plastik und Kunststoff, die wir überall finden. Eine solche Studie hat soeben auch das Umweltbundesamt in Deutschland gemacht; dort hat man gesagt, dass für Deutschland die jährliche Einsatzmenge bei kosmetischen Produkten 500 Tonnen Mikropartikel beträgt. Wenn man dem die ganze Kunststoffproduktion von 20,7 Millionen Tonnen gegenüberstellt, dann fällt schon mal auf, dass das von völlig untergeordneter Bedeutung ist. Wir haben deshalb auch hier, gerade bei kosmetischen Produkten, in der Schweiz Untersuchungen gemacht: Wir haben Schweizer Seen und die Rhone auf Mikroplastik untersucht, und es hat sich herausgestellt, dass industriell hergestelltes Mikroplastik, wie es beispielsweise eben in Körperpflegeprodukten verwendet wird, nur einen kleinen Teil des gesamten Mikroplastiks ausmacht. Wenn man das Mikroplastik auch hier vergleicht mit der gesamten Kunststoffproduktion, dann sieht man, dass es doch nicht das Hauptproblem ist.

Ein viel grösserer Teil an Emissionen von Mikroplastik fällt ab beim Abrieb von Reifen, Schuhen und bei Textilien. Da wäre also, wenn schon, der grössere Handlungsbedarf als bei Kosmetika. Man kann aber auch hier selbstverständlich etwas tun. Im Sinne des heutigen Umweltschutzgesetzes, Artikel 41a, wird das Bafu zusammen mit der Wirtschaft die Diskussion suchen und eben den freiwilligen Verzicht fördern. Es gibt hier bereits Hersteller von Körperpflegeprodukten, welche freiwillig auf die Verwendung von Mikroplastikteilchen verzichten. Es braucht sie tatsächlich nicht. Aber auch hier möchten wir zuerst einmal mit der Industrie das Gespräch führen und hoffen, dass dann auch Ergebnisse herauskommen.