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Graber Konrad · Ständerat · 2017-06-15

Graber Konrad · Ständerat · Luzern · CVP-Fraktion · 2017-06-15

Wortprotokoll

Ich bin selber Mitglied des SAC, Sektionen Pilatus und Titlis, dies zur Offenlegung der Interessen.

Ich war etwas überrascht über die Stellungnahme zu dieser Motion. Da steht ein Satz, den ich gerne zitiere: "Eine automatische Übernahme des Inventars einer privaten Vereinigung wie des SAC in ein Bundesinventar wäre hingegen systemfremd und würde bedeuten, dass die zuständige kantonale Behörde umgangen würde und dass die Entscheide von einer privaten Vereinigung gefällt würden." Wenn ich das lese, kann ich mir nicht vorstellen, dass das der Bundesrat geschrieben hat, denn es geht ja in der Motion von Herrn Dittli nicht um eine automatische Übernahme, es geht nicht darum, die kantonalen Behörden auszuschalten. Wenn man vom SAC, einem Verband mit 150 000 Mitgliedern, als einer "privaten Vereinigung" spricht, mag dies rechtlich korrekt sein, aber es klingt schon etwas despektierlich, wenn man sieht, was diese Verbände für die Allgemeinheit tun.

Der SAC setzt sich seit jeher für eine nachhaltige Entwicklung und Erhaltung der Bergwelt ein und erfüllt verschiedene Aufgaben von öffentlichem Interesse, beispielsweise den Unterhalt von Hütten und Biwaks, das Mittragen des Rettungswesens, die Förderung des naturverträglichen Bergsports, die Ausbildung oder die Herausgabe der Führerliteratur. Das schweizerische System kennt bekanntlich viele Kooperationen der öffentlichen Hand mit privaten Organisationen, auf deren Fachwissen sich die Behörden gerne und richtigerweise beziehen. Das Schweizer System lebt ja gerade davon, dass auch nationale Verbände Inputs liefern. Der SAC ist bestrebt, sein Fachwissen und seine Kompetenzen zur Verfügung zu stellen. Es wäre aus meiner Sicht systemfremd, wenn die Behörden dies nicht nutzen würden.

Wir alle haben ein Schreiben des SAC bekommen und mitgeteilt erhalten, dass der SAC bestrebt ist, seine Rolle als Bergsport-Kompetenzzentrum für das digitale Zeitalter auszubauen. Dazu hat er das Projekt Suisse Alpine 2020 gestartet. Auf der Basis der SAC-Führerliteratur werden bis Ende 2019 rund 10 000 Routen in verschiedenen Bergsportdisziplinen digital aufbereitet und auf einer Online-Plattform publiziert, mit ergänzenden Informationen zu Hütten, Verhältnissen und auch zu Schutzgebieten. Das Seco unterstützt das Projekt sogar im Rahmen des Innotour-Förderprogrammes 2016-2019. Es ist dies somit für den Bund und für die Bundesverwaltung geradezu eine Chance, sich auf dieses Know-how zu stützen.

Kollege Dittli hat darauf hingewiesen: 2012 wurde ein Viertel aller Skitourenrouten der Führerliteratur - die Touren, die in Jagdbanngebieten liegen - auf einen Schlag verboten, dies, weil sie einfach auf den Skitourenkarten von Swisstopo nicht eingetragen waren. Vorher waren alle Routen gemäss Führerliteratur des SAC erlaubt. Es erfolgte hier also ein kalter Kahlschlag, unabhängig von allfälligen Schutzbedürfnissen. Der SAC erhebt ganz bestimmt nicht den Anspruch, dass all diese Routen unbesehen übernommen werden. Jedoch soll eine differenzierte Beurteilung auch in Zusammenarbeit mit den Kantonen erfolgen, denn die Routen wurden bis dahin ja auch ohne Probleme begangen. Zudem würde ich es sehr begrüssen, wenn der SAC stärker in die Beurteilung von Routen, die durch Schutzgebiete führen, einbezogen würde.

Der SAC ist nicht einfach an einer maximalen Nutzung interessiert. Er schuf vor vielen Jahren auf seiner Geschäftsstelle ein Ressort Umwelt und Raumentwicklung und befasst sich da auch mit Fragen zum Thema Natursport und Naturschutz. In diesem Spannungsverhältnis engagiert er sich. Es gibt zudem sogar eine Umweltkommission. Heute laufen die Kontakte zu den kantonalen Behörden über das Bundesamt für Landestopografie. Swisstopo hat aber keinen Auftrag, bergsportliche Interessen abzuwägen, sondern publiziert lediglich die Routeneinträge auf den Karten. Hier wäre vielmehr der SAC gefordert, während Swisstopo als Partner beim Projekt Suisse Alpine 2020 eingebunden ist. Ich würde es sehr begrüssen, wenn man den SAC in diesen Fragen stärker involvieren würde.

Ich glaube, die Motion Dittli zeigt den richtigen Weg auf, und ich ersuche Sie deshalb, die Motion anzunehmen.

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